Page 285 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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Vor allem mit seinen monumentalen
Hauptwerken hat Rietschel Identi-
% kations% guren des Strebens nach
deutscher Einheit verewigt. Dane-
ben schuf er eine große Anzahl von
kleineren Plastiken, so von K?@_
AT[TX^ B^^K[=@ (s. Seite 65) und
dem berühmten Mineralogen Abra-
ham Gottlob Werner. Die Abgüsse
seiner Werke wurden zunächst im
Rietschel-Museum, um das sich nach
seinem Tod Hermann Hettner, Julius
Schnorr von Carolsfeld, Carl Gustav
Carus und Ernst Hähnel maßgeblich
bemüht hatten, im Palais im Großen
Garten gezeigt. Das repräsentative
Palais beherbergte seit 1841 im Unter-
geschoss den Sächsischen Altertums-
verein, dem auch Rietschel angehörte.
Der Verein präsentierte hier sakrale
Bildwerke. 1869 wurde das Rietschel-
Museum im Obergeschoss unterge-
bracht, wo es bis 1889 verblieb. Seit
Das Luther-Denkmal vor der 1861 hatte ein Komitee zur Gründung
Dresdner Frauenkirche stammt vom eines solchen Museums eine nahezu
Rietschel-Schüler Adolf Donndorf.
Es lehnt sich am Vorbild des großen
Reformationsdenkmals seines Leh-
rers in Worms an. Der Kopf Luthers
beim Dresdner Denkmal geht auf
einen Entwurf von Rietschel selbst
zurück. Das Wormser Luther-Denk-
mal wurde häu& g, teilweise nach
abweichenden Entwürfen Rietschels,
nachgegossen. Zu den bekanntesten Martin Luther steht im Zentrum des
Luther-Denkmalen nach Rietschel Wormser Reformationsdenkmals
gehören neben jenem an der Frau- mit einer Bibel im Arm (siehe auch
enkirche Monumente in Washing- Abb. links). Die Luther& gur hat
ton und in Görlitz. Für die Walhalla Ernst Rietschel gescha` en, der Kopf
schuf Rietschel eine Büste Luthers. stammt von Adolf Donndorf.
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