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Das Denkmal für Ernst Rietschel
        auf der Brühlschen Terrasse wur-
        de von dessen Schüler Johannes
        Schilling 1876 an der Stelle seines
        ehemaligen Ateliers errichtet. Hier
        befand sich zunächst die Technische
        Bildungsanstalt, später übernahm
        die Kunstakademie den Pavillon.
        Rietschels Schüler haben mit ihren
        Bildwerken den „Balkon Europas“
        maßgeblich geprägt. Von Schilling
        stammen an der Freitreppe vom
        Schloßplatz die Plastiken „Abend“
        und „Nacht“ (unten) und „Morgen“
        und „Mittag“ (oben), das Denkmal
        für Gottfried Semper in der Nähe
        des Albertinums und die vergolde-
        te „Saxonia“ auf einem Turm des
        Oberlandesgerichts. Schilling und
        Robert Henze schufen kunstvolle
        Figuren bzw. Reliefs für die Kunst-
        akademie. Von Henze stammt auch
        die Figur der Fama auf deren Spitze.


        Quellen: Richard Muther: „Rietschel, Ernst“. ADB, Bd. 28, 1889, S. 596–602; Bärbel Stephan:
        „Rietschel, Ernst Friedrich August“. NDB, Bd. 21, 2003, S. 613–614; Andreas Oppermann: „Ernst
        Rietschel“. Brockhaus, 1863; www.ernst-rietschel.com; Meyers Konversations-Lexikon, Bd. 16,
        Leipzig 1908, S. 930; Paul Schumann: „Dresden“. Berühmte Kunststätten, Bd. 46, E. A. Seemann,
        Leipzig 1909; Dirk Hempel: „Literarische Vereine in Dresden. Kulturelle Praxis und politische
        Orientierung des Bürgertums im 19. Jahrhundert“. Walter de Gruyter, 2008; Christiane /  ei-
        selmann: „Das Denkmal Friedrich August I. von Sachsen von Ernst Rietschel“. Zeitschri*  für
        Kunstgeschichte, Bd. 53, H. 1, 1990, S. 1–24; Max Georg Mütterlein: „Gottfried Semper und des-
        sen Monumentalbauten am Dresdner /  eaterplatz“. Dissertation, TH Dresden, 1913; Friedrich
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        über die Pilze und chemische Beiträge zur näheren Kenntniss derselben von Dr. Julius Lehmann“.
        Blochmann und Sohn, 1855; Adressbücher der Stadt Dresden, 1833, 1834, 1837.1861; Kunstchro-
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        rich Glasenapp: „Das Leben Richard Wagners in 6 Büchern“. Band 2, Breitkopf & Härtel Leipzig,
        1905; Wilhelm Kaulen: „Freud‘ und Leid im Leben deutscher Künstler: ihren mündlichen Mit-
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        Kunstakademien im 19. Jahrhundert: Künstlerausbildung zwischen Tradition und Avantgarde“.
        Böhlau Verlag Köln Weimar, 2010; Kunstakademie Dresden – Studentenordnung 1778–2012

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