Page 289 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
P. 289
Schindler, Osmar Heinrich Volkmar
Professor, Maler in Dresden
21.12.1867* Burkhardtsdorf – 19.06.1927 Dresden-Wachwitz
(* lt. Grabstein auf dem Friedhof Dresden-Loschwitz abweichend: 22.12.)
V: Carl Friedrich Julius (†20.6.1878 Bischofswerda, Kaufmann); M: Emilie Auguste geb. Arnold
aus Bischofswerda (1827–27.11.1903); G: 2 Brüder (Ottomar, Oskar); E: 1906 Emma Minna geb.
Arnold (26.5.1866–9.11.1939); K: Ernst Arnold (*1906, †1906), Heinrich Erhard (*5.4.1908,
vermisst April 1945)
Schindler wurde im erzgebirgischen schule und war Kurrendaner. Sein
Burkhardtsdorf geboren. Die Fa- Studium an der Kunstakademie Dres-
milie besaß in dieser Gegend einst- den ab 1882 wäre nach dem frühen
mals mehrere Spinnereien. Sein Tod des Vaters ohne die % nanzielle
eigentliches Zuhause fand er aber in Unterstützung durch seinen Onkel
Bischofswerda. Von hier stammte Carl Ernst / eodor Schindler, dessen
seine Mutter und nach einer kurzen eigener Sohn in Italien verstorben
Zwischenstation bei Mittweida zog war, undenkbar gewesen. Nachdem er
die Familie 1876 hierher. Schindler zunächst bei Oskar Rassau Bildhauer
besuchte in Bischofswerda die Volks- werden wollte, wandte sich Schind-
ler bald der Malerei zu. Er lernte an
der Kunstakademie bei Ferdinand
Pauwels, Leon Pohle, Friedrich Preller
d.J., also Vertretern der Weimarer
Malschule, und Karl Gottlob Schön-
herr, der vor allem für seine religiösen
Motive bekannt war. Schönherr malte
1889 in Bischofswerda das Altarbild.
Ab 1890 hielt sich Schindler mehr-
fach längere Zeit im Ausland auf. In
Dresden wurde er vom ein# ussrei-
chen Monumentalmaler Hermann
Prell inspiriert und gefördert. 1895
traf Schindler bei Florenz sein großes
Vorbild Arnold Böcklin, ebenfalls ein
ehemaliger Weimarer, mit dem er die
Vorliebe für naturnahes Malen teilte.
Wohnhaus in der Osmar-Schindler- Im selben Jahr erhielt er einen weg-
Straße Bischofswerda. weisenden Au* rag für zwei allegori-
289

