Page 282 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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F@K=|@K`q Tq]@~==@ Sempers
Neubau-Entwurf vorgezogen. Der
Fassadenschmuck der Gemäldegalerie
erinnerte an bedeutende Vertreter
der Künste. Von Rietschel stammte
der Entwurf der Nordseite, für die
er u. a. die Statuen des Perikles und
Phidias, von Holbein, Dürer, Giotto
und Goethe sowie zahlreiche Reliefs
schuf. In den 1840er Jahren wechsel-
te Gustav Adolph Kietz von Semper
zur Bildhauerei bei Rietschel. Sem-
per und Rietschel gehörten zu den
Gründungsmitgliedern des Dresdner
Gewerbe-Vereins und bemühten sich
dort um die Gründung einer Gewer-
beschule für junge Handwerker.
Rietschel p# egte in Dresden gute
Kontakte zum Hof, vor allem zum
späteren König Johann, hatte aber
auch vielfältige Beziehungen zu
bedeutenden Künstlern und Literaten Rietschels Denkmal für Carl Ma-
seiner Zeit. In den 1830er und 1840er ria von Weber (1860) steht vor der
Jahren gehörte er neben Carl Gustav Dresdner Gemäldegalerie und ist
Carus, / eodor Winkler, Johann der Semperoper zugewandt. Der
Gottlob von Quandt, Karl Gutz- Unterbau stammt von Sempers
kow, Gottfried Semper und Richard Nachfolger an der Kunstakade-
Wagner zu den aktiven Mitgliedern mie, Hermann Nicolai. Rietschels
in verschiedenen Vereinen, die er Bildwerke haben zum kulturellen
teilweise sogar mit initiiert hatte. Früh Antlitz Deutschlands als Land der
fand Rietschel Anschluss an die von Dichter und Denker beigetragen. In
Quandt und Friedrich Anton Serre Leipzig schuf er 1850 ein Denkmal
organisierten Gesprächskreise. In der für Albrecht Daniel % aer. 1853
Dresdner Neustadt und auf dem Gut stellte Rietschel die Statue für Gott-
Maxen kam er bei Serre u. a. auch mit hold Ephraim Lessing in Braun-
G]^^_]{ F@K=|@K`q Tq]@~==@ schweig und 1857 die kolossale
zusammen. Rietschels Umfeld war Doppelstatue mit Johann Wolfgang
teilweise noch dem konservativen von Goethe und Friedrich Schiller
Spektrum zuzurechnen, zunehmend (rechts) in Weimar fertig.
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