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Friedrich Wilhelm IV. gescha+ ene Pi- strebenden Schiller die Hand auf die
età für die Friedenskirche in Potsdam. Schulter. Drei Jahre später wurde in
Vom Protestantismus geprägt, stellte Dresden das Denkmal für Carl Maria
der Künstler nicht mehr nur eine Ver- von Weber enthüllt. Wegen der Flucht
herrlichung der Gottesmutter Maria von Richard Wagner als einem der
mit dem in ihrem Schoße ruhen- wichtigsten Fürsprecher hatte es hier
den Leichnam Christi dar, sondern Verzögerungen gegeben.
betonte die Verehrung des heiligen
Leichnams selbst, indem er ihn auf Als letztes Hauptwerk entwarf Riet-
den Boden legte und Maria neben schel in Worms ein monumentales
ihm niederknien ließ. Danach schuf Reformationsdenkmal. Es erinnert
Rietschel mit der Statue für Gotthold an das Erscheinen Luthers vor dem
Ephraim Lessing in Braunschweig Reichstag in Worms im Jahre 1521,
ein für seine realistische Darstellung um vor Kaiser Karl V. seine / esen zu
gerühmtes Werk. Dieser Realismus verteidigen. Um die Gestalt Luthers
prägte auch das 1857 eingeweihte Mo- gruppierte Rietschel Laien- und Pries-
numentalwerk für Johann Wolfgang tervertreter sowie Stätten der Refor-
von Goethe und Friedrich Schiller mation. Mit diesem Ensemble wollte
in Weimar. Rietschel setzte sich bei er „eine feste Burg“ des Glaubens
diesem Au* rag gegen seinen früheren symbolisieren. Rietschel selbst schuf
Lehrer Rauch durch, dessen Entwurf, neben dem Entwurf der Gesamtan-
die beiden Dichter in einem anti- lage auch die Luther% gur und die
ken Kostüm darzustellen, abgelehnt Statue des John Wiclef, eines Wegbe-
wurde. Das Doppel-Monument sollte reiters der Reformation aus dem 14.
ebenso realistisch werden wie die Jahrhundert. Die anderen Bildwerke
Lessing-Statue in Braunschweig und wurden nach Rietschels Tod von sei-
so % el die Wahl auf Rietschel. Der nen Schülern Adolf Donndorf (Savo-
war sich ob seines Entwurfs selbst narola, Friedrich der Weise, Reuchlin,
nicht sicher und schickte Gustav Petrus Waldaus, Magdeburg), Gustav
Adolph Kietz mit den Modellen nach Adolph Kietz (Hus, Philipp der Groß-
München in die Erzgießerei, weil er mütige, Melanchthon, Augsburg) und
die Kritik des bayerischen Königs Johannes Schilling (Speyer) entwor-
fürchtete. Am 3. September 1857, fen. Beteiligt war zudem der Architekt
dem 100. Geburtstag von Großherzog Hermann Nicolai, Sempers Nachfol-
Karl August, wurde sein Goethe- ger als Professor für Baukunst an der
Schiller-Denkmal enthüllt. Rietschel Kunstakademie Dresden. Rietschel
stellte die beiden Dichter gleichrangig selbst ist in Worms mit einem Porträt
nebeneinander, ein in sich ruhender an der rechten Ecke des Reichstagsre-
Goethe legt dabei als Zeichen seiner liefs dargestellt.
Freundscha* dem jüngeren, voran-
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