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Kolorismus traditionell geprägt, im dung am Fletcher‘schen Lehrersemi-
Leitungsgremium der Akademie, dem nar in seinem Atelier arbeiten. Mit
akademischen Rat, ab. Insbesondere dem au¤ ommenden Expressionismus
Kuehl, ein ehemaliges Gründungsmit- und später der Neuen Sachlichkeit
glied der Münchner Sezession, nahm sowie dem Aufstieg solcher Maler wie
großen Ein# uss auf die Gestaltung Otto Dix schwand jedoch Schind-
der I. Internationalen Kunstausstel- lers Reputation. Als Künstler ist er,
lung in Dresden, in der sich nach dem selbst ein tiefgläubiger Christ, durch
Vorbild der Münchner Sezessionisten Monumental- und Altarbilder in
Ein# üsse von Impressionismus und Kirchen hervorgetreten. Sie werden
Jugendstil widerspiegelten. Auch für ihre Harmonie in Farbe und
Schindler schuf in jener Zeit Gemäl- Form gerühmt. Das Wandaltarbild in
de, die diesen Stilrichtungen, teilweise Klotzsche (1905–1907) zeigt, in Kas-
in gemischten Formen, zuzuordnen einfarben direkt auf Putz gemalt, die
sind. Im Deutschen Künstlerbund, Kreuzigung Christi. Viele von Schind-
der die Sezessionisten vereinigte, war lers Gemälden sind volkstümlich
er Mitglied. Aus der verbliebenen gestaltet. Das Altarbild in der Luther-
bzw. wieder gewachsenen Distanz kirche Chemnitz (1908) zeigt Jesus
zum Impressionismus entwickelte inmitten einfacher Menschen – den
Schindler später, wie der Bautzener Kirchenbesuchern im gutbürgerlichen
Hans Unger, einen eigenen neorea- Lutherviertel oblag es, das Bild zu
listischen, farbintensiven Malstil. Vor deuten. Die „Emmausjünger“ (1915)
allem der Dresdner Anzeiger, unter in der Kirche Freital-Potschappel
dem Kunstredakteur Paul Schumann tragen die Kleidung von Stahlarbei-
ein Fürsprecher der Avantgarde, ge- tern. Auch in Otterwisch, Jahnsbach
hörte zu den Kritikern. und Bischofswerda % nden sich noch
heute Schindlers Kirchengemälde, das
Im Jahre 1900 erhielt Schindler eine Altarbild der Dresdner Annenkirche
Anstellung an der Kunstakademie, wurde 1945 zerstört. Ein christliches
drei Jahre später erfolgte die Beru- Motiv zeigt zudem das monumentale
fung zum Professor. Bis 1924 bildete Wandbild im heutigen Evangelischen
er Generationen von Kunststudenten Gymnasium Annaberg.
aus. Schindler lehrte in der Mittel-
klasse (Gipssaal) und der Oberklasse Schindler ließ sich von seinen Reisen
(Aktsaal, Malsaal). Zu seinen namhaf- („Am Gardasee“), von der Sagen-
testen Schülern zählten George Grosz, welt („Siegfried“) und der deutschen
Karl Hanusch, Bernhard Kretzschmar Geschichte („Schiller, aus Don Carlos
und Paul Wilhelm. Er entdeckte vortragend“) inspirieren, nahm aber
zudem das Talent von Hanns Georgi auch zu Ereignissen der Zeitgeschich-
und ließ ihn während dessen Ausbil- te Stellung mit „Weltbrand 1914“.
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