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Rietschel, Ernst Friedrich August
Professor, Bildhauer
15.12.1804 Pulsnitz – 21.02.1861 Dresden
V: Friedrich Ehregott (*8.2.1768, †21.12.1828), Beutler und Handschuhmacher, Küster an der
St. Nicolai-Kirche Pulsnitz; M: Caroline Salome geb. Röllig (*6.9.1770 Gersdorf, †11.10.1834);
G: 5, darunter Karoline Friederike (*10.10.1795), Juliane Friederike (*9.2.1800); E: 1) 12.10.1832
Lauchhammer, Albertine geb. Trautscholdt (*1811, †11.7.1835, Tochter eines Oberhüttenmeis-
ters und Buchhalters von Detlev Graf von Einsiedel), 2) 2.11.1836 Dresden, Charlotte geb. Carus
(*1810, †12.5.1838, Tochter von Carl Gustav Carus), 3) 2.5.1841 Jena, Marie geb. Hand (*1819,
†18.7.1847), 4) 30.4.1851 Dresden, Friederike geb. Oppermann (1841–1906, Schwester von An-
dreas Oppermann, Advokat in Zittau, Kunstschri* steller); K: 2 Töchter aus erster Ehe (Adelheid,
*20.9.1833; Johanna, *,†1835), 1 Sohn aus zweiter Ehe (Wolfgang, *28.8.1837, †1874, Arzt in
Dresden), 2 Söhne und 1 Tochter aus dritter Ehe (Georg, *10.5.1842 Dresden, †13.6.1914 Leip-
zig, 1868 Pastor in Rüdigsdorf bei Borna, 1874 in Zittau, 1878 Superintendent und 1884 erster
Direktor des Predigerseminars in Wittenberg, 1887 Pfarrer an der Matthäikirche Leipzig, 1889
ordentlicher Professor der praktischen / eologie in Leipzig, 1890 Universitätsprediger und Di-
rektor des Predigerkollegiums zu St. Pauli; Margarethe Charlotte, *8.10.1845, †1846; Hermann,
*19.4.1847 Dresden, †18.2.1914 Berlin, Nestor der Heizungs- und Klimatechnik, Rektor der TH
Berlin), 1 Tochter aus vierter Ehe (Gertrud, *4.7.1853, †1937, verh. mit Ernst Rudor+ , Professor
an der Musikhochschule Berlin, 1904 Mitbegründer des Deutschen Bundes Heimatschutz)
Rietschel wuchs in ärmlichen Ver- als Modelleur für seine Eisengießerei
hältnissen auf. Er erhielt von einem in Lauchhammer. Rietschel nahm
Puls nitzer Lehrer unentgeltlich dafür Unterricht bei Ho& ildhauer
Zeichenunterricht und konnte mit Franz Pettrich. Er beteiligte sich er-
kleineren künstlerischen Arbeiten folgreich mit Zeichnungen und ersten
zum Familieneinkommen beitragen, plastischen Arbeiten an Dresd ner
eine kaufmännische Lehre brach akademischen Kunstausstellungen.
er früh ab. Johann Gottlob Sey+ ert Gleichfalls vertreten war hier später
vermittelte ihm 1820 eine Freistelle sein Namensvetter und Schüler Ernst
an der Kunstakademie in Dresden. Wilhelm Rietschel (*11.2.1824 Geiß-
In den o ziellen Matrikellisten mannsdorf, †2.12.1860 München),
taucht sein Name allerdings nicht mit dem er seitdem mehrfach ver-
auf. Riet schel wurde in Dresden wechselt wurde.
von den Malern Johann Friedrich
Matthäi, Ferdinand Hartmann und 1826 ging Rietschel statt nach Lauch-
Cres centius Jakob Seydelmann sowie hammer mit Empfehlungsschreiben
dem Kunsthistoriker K?@_ AT[TX^ von Einsiedel, der ihn auch % nanzi-
B^^K[=@ unterrichtet. Der sächsi- ell unterstützte, und Böttiger nach
sche Kabinettsminister Detlev Graf Berlin zu dem berühmten Bildhauer
von Einsiedel verp# ichtete ihn 1823 Christian Daniel Rauch. Als erste
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