Page 278 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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selbstständige Arbeit schuf er die seiner o* weinerlich ängstlichen
Neptun-Statue für den Marktbrunnen Ausdrucksweise konnte von mir
in Nordhausen. 1828 gewann Riet- eigentlich nur schwer als Bildhau-
schel den Wettbewerb für ein Reise- er begri+ en werden; doch da nicht
Stipendium nach Italien, konnte unähnliche Eigenscha* en mich schon
den Preis als Nichtpreuße aber nicht bei Schnorr nicht abgehalten hatten,
erhalten. Er wurde ihm stattdessen diesen als gewaltigen Maler aufzufas-
1830 von der sächsischen Regierung sen, so gelang mir die Befreundung
ausgezahlt. Zuvor besuchte er zusam- mit Rietschel um so mehr, als ich an
men mit Rauch München, wo er am diesem keinerlei A+ ektation wahr-
Monument von König Maximilian I. nahm und eine seelenvolle, zärtliche
Joseph mitwirkte. Wärme mich immer geneigter zu ihm
hinzog. Von ihm entsinne ich mich
1831 kehrte Rietschel aus Italien nach auch zuerst sehr warme, ja begeis-
Deutschland zurück. Er begann in ternde Anerkennung meines Wesens,
Rauchs Atelier mit Arbeiten an der namentlich auch als Dirigent gehört
kolossalen Statue von König Friedrich zu haben. Trotz aller Kollegialität
August dem Gerechten für Dresden. unseres reichen Künstlerkreises kam
Das Denkmal ging auf die Initiative es sonst nämlich niemals zu dem, was
eines Vereins um Prinz Johann, K?@_ ich hier meine, und es war im Grunde
AT[TX^ B^^K[=@, G]^^_]{ F@K=|- genommen eigentlich immer, als ob
@K`q Tq]@~==@ und Johann Gott- keiner etwas von dem andern hielte.“
lob von Quandt zurück, die eigentlich
Rauch gewinnen wollten, der jedoch Ab 1832/33 lehrte Rietschel als außer-
Rietschel empfahl. Als Kabinetts- ordentlicher Professor der Kunstaka-
minister Detlev Graf von Einsiedel demie Bossier- und Modellierkunst
nach den Unruhen des Jahres 1830 an der Technischen Bildungsanstalt
sein Amt verlor, schien der Au* rag unter Wilhelm Gotthelf Lohrmann.
zunächst gefährdet. Rietschels erstes Diese hatte ihren Sitz zunächst in
großes Werk konnte schließlich 1843 einem Pavillon auf der Brühlschen
im Zwingerhof eingeweiht werden.
Für die musikalische Umrahmung Das Denkmal für König Friedrich
der Festveranstaltung waren Richard August den Gerechten auf dem
Wagner und Felix Mendelssohn Schloßplatz in Dresden ist das
Bartholdy verantwortlich. Seit 2008 heute am häu& gsten gesehene Werk
steht das Denkmal auf dem Dresdner Rietschels (Foto rechts). Es steht ne-
Schloßplatz zwischen Ho¤ irche und ben der Freitreppe zur Brühlschen
Brühlscher Terrasse. Richard Wagner Terrasse von G?@@\?q F<]X{<]^_
erinnerte sich später an Rietschel: T_?< |X}X<. Der Sockel des Denk-
„der krankha* e bleiche Mann mit mals stammt von Gottfried Semper.
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