Page 99 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
P. 99

akademie mit der Ehrenmitglied-
        scha*  geehrt, 1867 mit der silbernen
        Medaille des Dresdner Gewerbe-Ver-
        eins. Eine ihre letzten gemeinsamen
        Arbeiten war 1866 der Entwurf des
        Nymphenbrunnens von Gustav Broß-
        mann auf dem Räcknitzplatz.


        1866 wurde in Dresden der erste
        Sohn von Ernst Giese und seiner
        Frau Gertrud geb. Barteldes geboren.
        1863 hatte Giese mit seinem späte-
        ren Schwiegervater einem Komitee
        zur Erinnerung an den 50. Todestag
        von /  eodor Körner angehört. Aus
        diesem Anlass erhielt die Dresdner
        Körnerstraße ihren Namen.

        Die Zusammenarbeit mit Schrei-
        ber endete, als Giese 1866 den Ruf
        als Professor für Baukunst an die   Die Oberlausitzer Bank Zittau.
        Akademie nach Düsseldorf erhielt.
        Rektor war hier der Maler Eduard    Friedhof mit Feierhalle. Nach dem
        Bendemann, zu Gieses Studienzeiten   Deutsch-Französischen Krieg von
        Professor an der Dresdner Kunstaka-  1870/71 lösten französische Repara-
        demie, der ihn noch im selben Jahr   tionszahlungen einen Gründerboom
        mit einem Atelieranbau betraute.    und damit einen Aufschwung der
        Nach Bendemanns Rücktritt im Jahre   Bautätigkeit im Deutschen Reich aus.
        1867 gehörte Giese dem Direktorium   In Zittau errichtete Giese 1871 die
        der Düsseldorfer Kunstakademie an.   Oberlausitzer Bank.
        Im selben Jahr wurde sein Entwurf
        für das Düsseldorfer Stadttheater   1872 verließ Giese Düsseldorf, wo im
        ausgewählt, der jedoch lange umstrit-  März des Jahres ein großer Teil des
        ten blieb. In Rheinberg baute er ein   Schlosses mit der darin untergebrach-
        Palais für die Unternehmerfamilie   ten Kunstakademie abgebrannt war,
        Underberg, in Düsseldorf war er am   und kehrte nach Dresden zurück.
        Entwurf eines Denkmals für Fried-   Einen Ruf nach Wien hatte er abge-
        rich Wilhelm von Schadow beteiligt.   lehnt. Giese verband sich zunächst
        In Dresden-Johannstadt plante und   mit Friedrich Hartmann. Den späte-
        baute Giese den Neuen Israelitischen   ren Kunsthistoriker Cornelius Gurlitt

                                                                            99
   94   95   96   97   98   99   100   101   102   103   104