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akademie mit der Ehrenmitglied-
scha* geehrt, 1867 mit der silbernen
Medaille des Dresdner Gewerbe-Ver-
eins. Eine ihre letzten gemeinsamen
Arbeiten war 1866 der Entwurf des
Nymphenbrunnens von Gustav Broß-
mann auf dem Räcknitzplatz.
1866 wurde in Dresden der erste
Sohn von Ernst Giese und seiner
Frau Gertrud geb. Barteldes geboren.
1863 hatte Giese mit seinem späte-
ren Schwiegervater einem Komitee
zur Erinnerung an den 50. Todestag
von / eodor Körner angehört. Aus
diesem Anlass erhielt die Dresdner
Körnerstraße ihren Namen.
Die Zusammenarbeit mit Schrei-
ber endete, als Giese 1866 den Ruf
als Professor für Baukunst an die Die Oberlausitzer Bank Zittau.
Akademie nach Düsseldorf erhielt.
Rektor war hier der Maler Eduard Friedhof mit Feierhalle. Nach dem
Bendemann, zu Gieses Studienzeiten Deutsch-Französischen Krieg von
Professor an der Dresdner Kunstaka- 1870/71 lösten französische Repara-
demie, der ihn noch im selben Jahr tionszahlungen einen Gründerboom
mit einem Atelieranbau betraute. und damit einen Aufschwung der
Nach Bendemanns Rücktritt im Jahre Bautätigkeit im Deutschen Reich aus.
1867 gehörte Giese dem Direktorium In Zittau errichtete Giese 1871 die
der Düsseldorfer Kunstakademie an. Oberlausitzer Bank.
Im selben Jahr wurde sein Entwurf
für das Düsseldorfer Stadttheater 1872 verließ Giese Düsseldorf, wo im
ausgewählt, der jedoch lange umstrit- März des Jahres ein großer Teil des
ten blieb. In Rheinberg baute er ein Schlosses mit der darin untergebrach-
Palais für die Unternehmerfamilie ten Kunstakademie abgebrannt war,
Underberg, in Düsseldorf war er am und kehrte nach Dresden zurück.
Entwurf eines Denkmals für Fried- Einen Ruf nach Wien hatte er abge-
rich Wilhelm von Schadow beteiligt. lehnt. Giese verband sich zunächst
In Dresden-Johannstadt plante und mit Friedrich Hartmann. Den späte-
baute Giese den Neuen Israelitischen ren Kunsthistoriker Cornelius Gurlitt
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