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Gieses / eaterbau. Das von Giese &
Weidner 1875 gebaute neoklassizis-
tische „König-Albert-Bad“ in Löbau
erhielt seinen Namen nach einem
Kuraufenthalt des sächsischen Königs.
Blasewitz, wohin Giese über seine
Ehefrau auch verwandtscha* liche
Beziehungen besaß, entwickelte sich
in den 1870er Jahren rasch zu einem
vornehmen Villenvorort Dresdens.
Wegen der gestiegenen Schülerzahl
wurde ein neues Lehrgebäude benö-
tigt. Giese & Weidner errichteten bis
Die Düsseldorfer Kunsthalle wur-
de von Giese & Weidner in einem 1876 die spätere 63. Volksschule, die
Stilgemisch gebaut. Von Anfang an seinerzeit als Musterbau gemäß der
stand sie in der Kritik wegen pom- sächsischen Schulreform galt und die
pöser Gestaltung und zu großer auch von Frank Fiedler besucht wur-
Treppenhäuser zulasten der Ausstel- de. Bis 1879 bauten Giese & Weidner
lungsräume. Sie wurde nach schwe- das naturhistorische Museum „Lud-
ren Beschädigungen im Zweiten wig Salvator“ für Ludwig Wilhelm
Weltkrieg 1959 abgerissen. Schaufuß. In einem am Lothringer
Weg, Ecke Goetheallee, errichteten
holten sie im August 1873 zu sich.
Gurlitt, der praktische Erfahrungen
als Architekt erwerben konnte, ohne
zuvor ein Examen absolviert zu ha-
ben, kündigte aber bereits nach einem
halben Jahr, weil ihn Giese nur mit
nachgeordneten Arbeiten betraute.
Giese hatte inzwischen den verbind-
lichen Au* rag für das Düsseldorfer
Stadttheater erhalten, womit eine Die ehemalige 63. Volksschule in
Ära monumentaler Neubauten in der Dresden ist heute nach dem Kom-
Stadt begann. ponisten Johann Gottlieb Naumann
benannt. Sie ist eng mit dem Dresd-
1874 gründete Giese mit Paul Weid- ner Kreuzchor verbunden. Die
ner ein neues Architekturbüro. Bis Jungen besuchen die Schule in der
1881 errichteten sie die Düsseldorfer Vorbereitungsklasse 3 und als Kru-
Kunsthalle in unmittelbarer Nähe von zianer in der Klassenstufe 4.
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