Page 102 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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Das Gewandhaus am Hauptmarkt in Bautzen wurde von Giese & Weidner
        von 1882 bis 1883 im Stil der Neorenaissance anstelle eines abgebrannten
        historischen KauŒ  auses errichtet. Der Neubau beherbergte das städtische
        Stiebermuseum. Nach einem Brand im Jahre 1976 erhielt das Gebäude ei-
        nen neuen Giebel. Es dient heute der Stadtverwaltung u. a. als Standesamt.

        aus Mitteln der Güntz-Sti* ung zur   folgter Restaurierung wieder an ihren
        Verschönerung der Stadt. Der Gän-   angestammten Platz zurückgekehrt.
        sediebbrunnen für den Ferdinand-    Nach Gieses Plänen entstanden zu-
        platz, heute in der Weißen Gasse,   dem einige Fabrikanlagen der aufstre-
        wurde 1879 in München preisgekrönt.  benden Dresdner Zigarettenindustrie.
        1880 erhielten ihre Entwürfe „Klar   1885 war Giese Kommissionsmitglied
        Wasser“ und „Trüb Wasser“ für den   für die Planung des Durchbruchs der
        Albertplatz den Zuschlag. Deren     König-Johann-Straße vom Altmarkt
        Fertigstellung verzögerte sich und die   zum Pirnaischen Platz.
        Einweihung konnte erst 1894 erfol-
        gen. Die inzwischen „Stilles Wasser“   Giese, der auch Mitglied des Kir-
        und „Stürmische Wogen“ genannten    chenbau-Vereins war, hat sich gro-
        Monumentalbrunnen galten seiner-    ße Verdienste um den sächsischen
        zeit als Meilenstein der Dresdner   Kirchenbau erworben. Bei der mit
        Kunstentwicklung. Obwohl im Krieg   Weidner von 1883 bis 1887 errichte-
        nahezu unbeschädigt geblieben, wur-  ten Martin-Luther-Kirche wird die
        den die „Stürmischen Wogen“ 1945    Verp# ichtung auf das Eisenacher
        zugunsten eines sowjetischen Ehren-  Regulativ deutlich, das seit 1861 u. a.
        mals demontiert. Sie sind nach er-  die Neogotik als verbindlichen Baustil

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