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Böttiger, Karl August


        Magister, Altertumsforscher, Schri* steller, Journalist und Pädagoge
        08.06.1760 Reichenbach – 17.11.1835 Dresden

        V: Karl (1730–1776), Conrektor in Reichenbach, Archidiakon in Elsterberg; M: Johanna geb.
        Pietzsch (*1734, †2.5.1812 Dresden, 2. Ehe mit dem Kaufmann Oberländer aus Gera);
        E: 8.9.1786 Loschwitz, Eleonore geb. Adler (†18.2.1832 Dresden, Tochter eines Geheimen
        Finanzsekretärs); K: August (†1791 Weimar nach Postkutschenunfall in Jena bei der Anreise
        von Bautzen nach Weimar), Karl Wilhelm (*15.8.1790 Bautzen, †26.11.1862 Erlangen, Professor
        für Geschichte in Leipzig und Erlangen, korresp. Mitglied der OLGdW), Moritz (1797–1798),
        Gustav (*9.6.1799, †12.9.1857 Dresden, Amtsaktuar), ab 1809 mehrere P# egetöchter

        Böttiger erhielt in Elsterberg Pri-  rer verdienen. 1781 kam er erstmals
        vatunterricht bei seinem Vater. Zu   nach Dresden, wo er in Diensten
        seinem Mitschüler Friedrich Wilhelm   beim Kommandanten der Neustadt
        Döring, Sohn des hiesigen Ober-     von Pfeilitzer, dem Geheimen Finanz-
        pfarrers, entwickelte sich eine enge   direktor von Ferber und der Grä% n
        Freundscha* . Sie besuchten ab 1772   von Zinzendorf stand. Zu seinen
        das Landesgymnasium Pforta. Dort    Förderern zählte Hofmarschall Joseph
        wurde Böttigers Begeisterung für    Friedrich von Racknitz, der ihn auch
        das Altertum geweckt. Erst wenige   in die Freimaurerei einführte. Das
        Jahre zuvor hatte der Begründer     Interesse daran vertie* e sich während
        der wissenscha* lichen Archäologie,   Böttigers Anstellung bei Friedrich
        Johann Joachim Winckelmann, sein    Magnus I. zu Solms-Wildenfels, als er
        Hauptwerk zur Geschichte der Kunst   auch den Maler Christian Leberecht
        des Altertums verö+ entlicht. 1778 be-  Vogel kennen lernte. 1784 erlangte
        gann Böttiger mit Unterstützung des   Böttiger in Wittenberg den Abschluss
        Stiefvaters ein Studium der Philologie   als Magister.
        bei Johann August Ernesti in Leip-
        zig. Auch bei den Professoren Ernst   Die Berufslau&  ahn begann Bötti-
        Platner, Samuel Friedrich Nathanael   ger in Guben als Gymnasialdirektor
        Morus und Friedrich Wolfgang Reiz   in der Nachfolge seines Freundes
        hörten er und Döring Vorlesungen.   Döring. Hier gründete er zudem ein
        Die % nanzielle Unterstützung durch   Privatinstitut. Als er in Löbau die
        die Eltern versiegte, als jene nach   Leitung eines neuen Mustergymna-
        dem großen Brand von Gera 1780      siums übernehmen sollte, entschied
        in wirtscha* liche Schwierigkeiten   er sich jedoch für Bautzen. Böttiger
        gerieten. Böttiger musste das Studium  leitete das dortige Gymnasium von
        unterbrechen und seinen Lebensun-   1790 bis 1791. G=@q?@| H=K>@K`q
        terhalt als Hofmeister und Privatleh-  J?`]{ ?> S^`‚q?@|^ gehörte zu

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