Page 63 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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knüp* e eine Vielzahl von Kontakten
        zu ein# ussreichen, literarisch und
        künstlerisch interessierten Persön-
        lichkeiten. Wie der Kunstsammler
        Johann Gottlob von Quandt zählte
        er zum Freundeskreis von Arthur
        Schopenhauer. Historisch bedeutsa-
        me Zeitdokumente sind seine Artikel
        zu Literatur und /  eater. Politische
        Bedeutung besaß Böttigers journalis-
        tisches Scha+ en während der Befrei-
        ungskriege. Die von ihm redigierte
        Zeitschri*  „London und Paris“ war   Böttiger, links im Vordergrund
        durch die französische Revolution an-  sitzend, beobachtet im Gemälde von
        geregt worden, sich mit den europäi-  Carl Christian von Vogel und Vogel-
        schen Antipolen England und Frank-  stein, wie Pierre Jean David d‘Angers
        reich auseinanderzusetzen. Böttigers   im Jahre 1834 eine Büste von Lud-
        Karikaturen auf Napoleon ermutigten   wig Tieck modellierte. Weiterhin im
        auch andere Autoren, die französische  Bild zu sehen sind der Maler selbst
        Besatzungsherrscha*  zu kritisieren.   (neben Böttiger stehend), dahinter
        Nach /  eodor Körners Tod im Jahre   Wolf Graf Baudissin, hinter der Büs-
        1813 bemühte er sich um die Grün-   te Carl August Förster, Otto Magnus
        dung eines Gedenkvereins. Ab 1820   Freiherr von Stackelberg, Moritz
        gab Böttiger die Zeitschri*  „Amal-  Steinla und Alexander Freiherr von
        thea oder Museum der Kunstmytho-    Ungern-Sternberg, alles bedeutende
        logie und bildlichen Alterthumskun-  Künstler, Schri+ steller und Alter-
        de“ und als deren Fortsetzung ab 1828  tumsgelehrte, vor Tieck dessen Sohn
        „Archäologie und Kunst“ heraus. Sein  Johannes, hinter ihm seine Tochter
        Credo für die Altertumswissenscha*    Dorothea (Deutsche Fotothek, CC
        bestand darin, dass sie Vergangenheit   BY-SA 4.0). Die Anwesenheit Böt-
        und Gegenwart verbinden müsse:      tigers, der in der ersten Fassung für
        „Des Alterthums Erforscher sey ein   den Verleger Brockhaus noch fehlte,
        Janus-Kopf.“                        in diesem Bild ist insofern bemer-
                                            kenswert, weil sein Verhältnis zu
        Böttiger war maßgeblich am Ent-     Tieck zerrüttet war.
        stehen eines elitären Vereinslebens
        in Dresden beteiligt. Mit Elisa von   N]X^K^™ T>| Jš>‚=>|]@€, Lud-
        der Recke und Christoph August      wig Tieck und aus Leipzig R]{=@^
        Tiedge, deren literarischen Zirkel   S^`‚q?@|^ besuchte, bestanden
        er wie G]^^_]{ A|]_€ E@>X^ <]>      freundscha* liche Verbindungen. Böt-

                                                                            63
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