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seine Beziehungen zum meißnischen
                                            Adel durch Heirat mit Oda, einer
                                            Tochter des ehemaligen Markgrafen
                                            Ekkehard I. Die Hochzeit, die der Fes-
                                            tigung des Friedens diente, fand ver-
                                            mutlich auf der Burg Großseitschen
                                            bei Bautzen statt.


                                            Auch wenn Bolesław nicht die Herr-
                                            scha*  über die Mark Meißen erobern
                                            konnte, war sein Ein# uss groß und
                                            er insgesamt der Sieger im Kon# ikt
                                            mit Heinrich II. Sein Status entsprach
                                            wieder dem nach dem Akt von Gniez-
                                            no im Jahre 1000 unter Otto III. In
                                            der Folgezeit agierten Bolesław und
        Bericht über die Eheschließung von   Heinrich II. als Verbündete. Eine
        Bolesław I. Chrobry mit Oda von     wichtige Rolle hatten dabei die engen
        Meißen im Jahre 1018 in der Chro-   Bande der Polen zu den Meißner
        nik %  ietmars von Merseburg. Mit   Markgrafen gespielt. Gunzelin wurde
        der Hochzeit wurden die traditio-   vom deutschen König deswegen sogar
        nell guten Beziehungen des polni-   abgesetzt. Auch dessen Nachfolger,
        schen Herrschers mit der Meißner    Gunzelins Ne+ e Hermann I., unter-
        Markgrafenfamilie gefestigt. Oda    stützte die Kriege Heinrich II. gegen
        war eine Schwester von Boleslaws    Bolesław eher halbherzig, war er doch
        vormaligem Schwiegersohn, Mark-     mit dessen Tochter Reglindis verhei-
        graf Hermann I.                     ratet; zwei Jahre nach ihrem Tod ver-
                                            mählte er mit Oda eine Schwester mit
        Mithilfe seines Schwiegervaters     seinem bisherigen Schwiegervater.
        Bolesław gelangte Svyatopolk 1015
        zwischenzeitlich an die Macht in der   1018 besiegte Bolesław den von
        Kiewer Rus. Während des letzten der   Heinrich II. zunächst unterstützten
        drei Kriege mit Bolesław belagerte   Yaroslav I. von Kiew und installierte
        1017 Heinrich II. erfolglos die Burg   seinen Schwiegersohn und Yaroslavs
        Nimptsch vor Breslau. Am 30. Januar   Halbbruder Svyatopolk, der jedoch
        1018 im Frieden von Bautzen errang   im Folgejahr starb und wieder von
        Bolesław die erneute Anerkennung    Yaroslav abgelöst wurde, auf dem
        seiner Herrscha*  über die Lausitz   /  ron. Gemeinsam zogen Bolesław
        und den Gau Milska durch den Kai-   und Heinrich II. nach Italien. Solan-
        ser. Bei dieser Gelegenheit vertie* e er   ge der Kaiser lebte, zügelte Bolesław

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