Page 62 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
P. 62
Coselpalais, ehemals „Hinter der Frauenkirche“ 5. Bis 1815 wohnte hier
auch G?@@\?q A{?\
E<>@ ?> N?@]@ =>{ J>X>{?<
.
Nachdem die Kon# ikte in Weimar akademie die Hintergründe. Er regte
eskalierten, wechselte Böttiger 1804 an, Nachbildungen der Antiken anfer-
nach Dresden, wo er ein# ussreiche tigen zu lassen, und machte Vorschlä-
Freunde wie Hofmarschall Joseph ge, wie man die Schätze einem breiten
Friedrich von Racknitz und Ober- Publikum zugänglich machen kön-
hofprediger Franz Volkmar Reinhard ne. Die Arnoldische Buchhandlung
besaß. Er arbeitete als Studiendirektor verlegte seine „Andeutungen zu 24
am Pageninstitut, einer Bildungsan- Vorlesungen über Archäologie“. Böt-
stalt für adlige Schüler, und an der aus tiger nahm alles auf, was er an Wissen
der Vereinigung mit dem Kadetten- erwerben konnte. Seine Privatbiblio-
haus hervorgegangenen Ritterakade- thek war legendär. Wissen vermittelte
mie sowie ab 1814 auch als Leiter des er aus Passion und beschränkte dies
Antikenmuseums. Nach 1822 verblieb nicht auf seine dienstlichen Aufgaben.
ihm die Tätigkeit im Museum. Die Böttigers Vorträge in seiner Wohnung
Skulpturen, Vasen, Bronzen und die im Coselpalais waren ihrer Unter-
von Anton Raphael Mengs gesam- haltsamkeit wegen gerühmt. Sogar
melten Gipsabdrücke dienten Kunst- der spätere König Johann ließ sich
studenten als Anschauungsmaterial. von ihm in die Klassiker der Römer
Böttiger erklärte in seinen Vorlesun- und Griechen einführen und die
gen vor der „Gipsklasse“ der Kunst- griechische Sprache lehren. Böttiger
62

