Page 55 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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weltlichen Adel dar. Diese Funktion   König 1010 absetzte. 1013 erkannte
        und ihre missionarische Tätigkeit in   Bolesław im Frieden von Merseburg
        von Sorben besiedeltem Gebiet konn-  die Lehnshoheit von Heinrich II.
        ten die Bischöfe am besten verbinden,   zwar formal an, faktisch musste der
        wenn ihr Besitz bis in die Nähe von   deutsche König aber die lausitzischen
        Bautzen, dem Hauptort von Milska,   Eroberungen zuzüglich Milska der
        reichte. Es ist zu vermuten, dass dieser  Polen akzeptieren. Ihr Verhältnis
        bischö# iche Besitz während der pol-  blieb kon# iktträchtig. Ein Feldzug
        nischen Besatzung von Milska zumin-  Bolesławs nach Kiew zur Befreiung
        dest infrage stand. Die Lokalisierung   seines Schwiegersohns Svyatopolk,
        des Kastells und späteren Burgwards   eines Stiefsohns des Kiewer Großfürs-
        Trebista innerhalb von Milska ist für   ten, scheiterte. Dem König verwei-
        das Verständnis der Ostsiedlung in   gerte er die Gefolgscha*  auf dem Zug
        Sachsen von großer Bedeutung. Lange  nach Rom, seinen Lehnsverp# ichtun-
        vermutete man Großdrebnitz bei      gen kam er nicht nach und auch die
        Bischofswerda wegen der scheinbaren  geforderte Unterwerfung blieb aus.
        sprachlichen Ähnlichkeit als heutige   Heinrich, inzwischen Kaiser, hielt
        Ortscha* . Seit etwa 100 Jahren wird   Mieszko II., Bolesławs Sohn, zeitweise
        nach einer Untersuchung des 1241    gefangen. Der deutsche Feldzug 1015
        beurkundeten Grenzverlaufs zwi-     bis zur Oder wurde durch die Polen
        schen der damals böhmischen Ober-   abgewehrt, die ihrerseits unter Miesz-
        lausitz und den Gebieten der Meißner  ko II. Meißen angri+ en und die von
        Bischöfe Doberschau favorisiert und   Hermann I. verteidigte Burg teilweise
        heute gilt Bischofswerda als ein mög-  zerstörten. Den Brand löschten die
        licher Kandidat.                    Verteidiger mit Bier (Ersterwähnung
                                            von Bier in Sachsen). Bischof Eido I.
        Die meißnische Verwandtscha*  von   von Meißen, dem Bolesław die Ber-
        Bolesław spielte in jener Zeit eine   gung und Bestattung der Leichen der
        zwiespältige Rolle. Schwiegersohn   vorangegangenen Schlacht gestattet
        Hermann I. regierte im Au* rag des   hatte, wollte Heinrich II. Bericht
        deutschen Königs bis zur polnischen   erstatten, starb jedoch auf der Reise
        Rückeroberung 1007 die Oberlausitz,   in Leipzig (Ersterwähnung der Stadt
        versuchte aber häu% g zu vermitteln.  Leipzig). Zu jener Zeit war in Meißen
                                            Hermann I. Markgraf, bis zum Tod
        In den folgenden kriegerischen      seiner Frau Reglindis im Jahre 1016
        Ausein andersetzungen mit Hein-     Bolesławs Schwiegersohn. Neuer
        rich II. besetzte Bolesław erneut die   Bischof wurde mit Eilward ein Bruder
        verlorenen Gebiete. Markgraf Gun-   Hermann I.
        zelin wurde nachgesagt, mit Bolesław
        zu paktieren, weswegen ihn der

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