Page 424 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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Reihe zum Napoleonstein, Geiß-      betrieblicher Arbeitsgänge in der
        mannsdorf, Rammenau, Großdreb-      Tuchfabrik Großmann-Herrmann.
        nitz und zum Klosterberg, schrieb   In vielen Arbeiten thematisierte er
        Gedichte, löste gern mathematische   das Leiden der einfachen Menschen
        Probleme, spielte Klavier und kom-  im Krieg. Beispielsweise beschrieb er
        ponierte zur eigenen Freude. Auf    die Carlowitz’sche Fehde im Zusam-
        Initiative von Frank Fiedler wurden   menhang mit dem Testament des
        mehrere seiner Arbeiten im „Schiebo-  Bischofs Nicolaus II. von Meißen, in
        cker Landstreicher“ gedruckt.       dessen Folge das Amt Stolpen 1559 in
                                            den Besitz des Kurfürsten August von
        Literatur                           Sachsen gelangte und das damit die
        Frank Fiedler: „Johannes Weber zum   Reformation übernahm. Darüber hin-
        100. Geburtstag – Ein bedeutender   aus sind mehrere Arbeiten Winklers
        Chronist Bischofswerdas“. M. Hüsni,   im „Gebirgsfreund“ in Zittau erschie-
        A. Mikus (Hrsg.), Schiebocker Land-  nen. In Bischofswerda arbeitete er im
        streicher, H. 1, Burkau 2006, S. 9–10  Naturwissenscha* lichen Verein und
                                            im hiesigen Bezirksverein des Deut-
        Winkler, Friedrich Wilhelm          schen Lehrervereins für Naturkunde
        * 24.01.1863 in Jahnshorn           mit. Winklers Heimatverständnis
        † 21.03.1918 in Bischofswerda       wird deutlich in dem Zitat: „Doch
                                            ob reich oder arm an Schönheit oder
        Winkler war der Sohn eines einfachen   Fruchtbarkeit deine Heimat sei, habe
        Bauern. Er gehörte neben B@T>]      sie lieb und halte sie wert. Sie ist ein
        B?@^q=_ und Hermann Steudtner       Heiligtum mit dem großen Zeltdach
        zu jenen Lehrern im Bischofswerdaer   des Himmels darüber und das Stück-
        Land, die sich um 1900 um die hei-  chen Erde, das deine Eltern und dich
        mat- und naturkundliche Forschung   trägt und ernährt.“
        besonders verdient gemacht haben.
        Seine bekanntesten Arbeiten sind in   Literatur
        dem Lesebuch „Unsere Heimat – die   Frank Fiedler: „Unvergessen – dank
        Lausitz“ zu % nden. „Ein Schreckens-  seiner Beiträge in einem heimatkund-
        tag für Bischofswerda“, der sich auf   lichen Lesebuch. Dem Bischofswer-
        das Wüten einer kroatischen Heer-   daer Oberlehrer Wilhelm Wink-
        schar am 7. Oktober 1631 bezieht,   ler zum Gedenken“. Sächsische
        wurde am 5./6. Oktober 1991 in der   Zeitung, Ausgabe Bischofswerda,
        Sächsischen Zeitung nachgedruckt.   9./10.01.1993, S. 11
        Weitere Schri* en betrafen den      Uwe Fiedler: „Winkler, Friedrich,
        Stadtbrand von 1813, die „Lage und   Wilhelm“. Mathias Hüsni (Hrsg.),
        Gründung der Stadt Bischofswerda“,   Schiebocker Landstreicher, H. 3, Bur-
        die Botanik und eine Beschreibung   kau 2008, S. 145–146


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