Page 422 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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Besonders in Bischofswerda erwarb wird (z. B. Feldlerche „massenha* “,
sich Steudtner einen guten Namen Nachtschwalbe „regelmäßig“, Wachtel
als Natur- und Heimatforscher. Seine „häu% g“). Bemerkenswert ist seine
detaillierten Aufzeichnungen besitzen Beschreibung des seinerzeit gemein-
große Bedeutung für das Erkennen samen Au* retens von Nebel- und
von Veränderungen in der Flora und Rabenkrähe in und um Bischofswer-
Fauna der Oberlausitz. Von Steudt- da. Es wird aber auch deutlich, dass
ners Belegen im Oberlausitzherbar die Greifvögel an Individuen- sowie
des Senckenberg Museums für Natur- Artenzahl seither gewonnen haben.
kunde Görlitz betre+ en etwa die Hälf-
te das Stadtgebiet von Bischofswerda Steudtner war Mitbegründer des
und die unmittelbar benachbarten örtlichen Lehrervereins, in dessen
Dörfer. Das regelmäßige Sammel- Vorstand er ab 1883 für 24 Jahre mit-
gebiet reichte aber bis Bautzen mit arbeitete, des Bischofswerdaer Obst-
Schwerpunkten am Valtenberg, im bauvereins und eines Naturheilvereins
Wesenitztal, in Gaußig und Göda. Er sowie Mitglied des Landesobstbau-
bearbeitete vorrangig Gefäßp# anzen vereins. Am 10. Juli 1895 gründete
und Pilze. der Großdrebnitzer Kirchschullehrer
B@T>] B?@^q=_ den Bezirksverein
Neben den p# anzenkundlichen Bischofswerda des Deutschen Lehrer-
Dokumentationen sind auch die vereins für Naturkunde, den Steudt-
Arbeiten zur Fisch- und Vogelfauna ner viele Jahre leitete. Anlässlich des
hervorzuheben. In Beiträgen zur 25-jährigen Gründungsjubiläums
Fischfauna der Wesenitz beschrieb hielt er als Vorsitzender einen vielbe-
Steudtner deren Verarmung infolge achteten Vortrag zu Bakterien. 1899
der Industrialisierung. Er stellte 15 gründete Steudtner den Naturwis-
Arten fest. Die Arbeiten zur Karpfen- senscha* lichen Verein. Er verfasste
teichwirtscha* in Bischofswerda sind wichtige Beiträge zur Stadtgeschichte
wertvolle Literatur zur ehemaligen von Bischofswerda, darunter eine
Bedeutung dieses Wirtscha* szweigs. unvollendete Fortschreibung der
Hervorzuheben sind seine prakti- Stadtchronik, und erwarb sich beson-
schen Hinweise für Karpfenteich- dere Verdienste um die Bewahrung
wirte. Eine Folge von Beiträgen im des Andenkens an den Heimatfor-
Jahre 1921 wies Steudtner als soliden scher Ernst Emil Wustmann und an
Kenner und aufmerksamen Beobach- den Komponisten J]q?>>=X P?`q=,
ter der heimischen Vogelwelt aus. Er dessen Vater, Emil Pache, sein Leh-
nannte 102 Arten mit ausführlicher rerkollege in Bischofswerda gewesen
Beschreibung des Vorkommens, war. Als jahrzehntelanges Mitglied
wodurch das Ausmaß der heutigen im Bischofswerdaer Promenadenaus-
Verarmung der Vogelfauna erkennbar schuss beteiligte sich Steudtner an der
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