Page 420 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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und Garbe nicht abreißen lassen.    Es entstand eine umfangreiche Über-
        Es ist zu vermuten, dass der 1939   sicht über die Geschichte der Erbhöfe
        im „Sächsischen Erzähler“ anonym    des Dorfes. Heinrich schrieb seine
        erschienene Beitrag „Das Drebnitzer   Chronik schließlich erst nach dem
        Schulhaus erzählt“ auf Sorber zurück-  Tod Sorbers und bedauerte, dass die-
        geht.                               ser sein Werk nicht mehr hatte vollen-
                                            den können, da er dafür viel besser
        Auf Sorbers Strafversetzung nach    geeignet gewesen wäre als Heinrich
        Sacka folgte eine Verkettung tragi-  selbst. Sorbers Arbeiten sind durch
        scher Ereignisse. Erst verlor er seine   ein Missgeschick in der Familie bis
        Frau. Als sich von einer Gruppe     auf eine Notizensammlung verloren
        Schüler mehrere Kinder unerlaubt    gegangen. Der Wert seines heimatge-
        entfernten, kam zu einem tödlichen   schichtlichen Scha+ ens misst sich so
        Unfall. Ohne dass Sorber unmittelba-  v. a. im Ein# uss, den er auf Garbe und
        re Schuld trug, war er jedoch verant-  Heinrich hatte, und schließlich in der
        wortlich, ein willkommener Anlass   Wertschätzung des kulturellen Erbes
        für weitere Maßregelungen. Schließ-  von Groß- und Kleindrebnitz.
        lich brannte auch noch die Schule in
        den letzten Kriegstagen aus und er   Familie
        verlor sein Hab und Gut. Großdreb-  Sorbers jüngste Tochter, Lieselot-
        nitz erinnerte sich seiner und holte   te Grützner verw. Lenzmann, war
        ihn nach dem Zweiten Weltkrieg      Mitbesitzerin der Fa. Lenzmann
        zurück. Er erhielt auf Vermittlung   im Kleindrebnitzer Vorwerk (siehe
        von Pfarrer RK`q?@| G?@{= eine      J]q?>> G]^^€@K=| N?‚=). Unge-
        Wohnung in einem Nebengebäude       klärt ist, ob ein verwandtscha* licher
        der Schule und eine Anstellung als   Zusammenhang bestand zu Oscar
        Kantor. Hier begann Sorber, an einer   Sorber, Mitarbeiter der Heilanstalt
        Chronik des Dorfes zu schreiben.    Sonnenstein in Pirna, Mitglied der
        Zudem unterstützte er den späteren   Oberlausitzischen Gesellscha*  der
        Bischofswerdaer Stadtchronisten     Wissenscha* en und Autor der Bücher
        Johannes Weber, der zu jener Zeit   „Geschichte der Stadt Schandau“
        als Lehrer in Großdrebnitz das Dorf   (1876) und „Sagenklänge aus dem
        fotogra% sch dokumentierte. Zur     Sachsenlande“ (1894).
        Motivation der damaligen Arbeiten
        von Sorber und Garbe verwies Otto   Steudtner, Karl Hermann
        Heinrich später darauf, dass B@T>]   * 23.01.1855 in Neugersdorf
        B?@^q=_ die Bauerngüter als Träger   † 13.12.1940 in Bischofswerda
        des dör# ichen Lebens nicht behandelt
        hatte. Genau dies wurde zum Haupt-  Steudtner ging in Leutersdorf und
        gegenstand der Arbeiten von Sorber.   in Zittau zur Schule. In Zittau prägte

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