Page 417 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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Techniker in Bischofswerda versetzt,   brachte den Beweis, dass dort der
        am 1. Januar 1962 übernahm er die   Wechsel von Ottern zwischen dem
        Leitung der Station. 1970 kehrte er an   Horkaer Teich (Bischofswerda) und
        die Schmöllner Schule zurück.       dem Silberwasser (Kynitzsch) verlief.
                                            Dabei handelt es sich um einen der
        Nach Ausbildung und Prüfung bei     seltenen bekannten Landwechsel,
        G=@q?@| C@=T^™ in Neschwitz         die große Gewässersysteme über die
        begann Leppelt 1960 mit der Vogel-  Wasserscheide verbinden: Wesenitz
        beringung. Seine Beringungsliste    (Horkaer Teich) und Schwarze Elster
        weist 262 Einträge auf, darunter    (Silberwasser). Im Jahr 1979 erlitt
        Gebirgsstelze, Drosselrohrsänger,   Leppelt während des Schulunterrichts
        Gartengrasmücke, Gartenrotschwanz,  einen Infarkt und musste invalidisiert
        Heckenbraunelle, Sumpfmeise,        werden. Soweit es ihm gesundheitlich
        Teichrohrsänger, Trauer# iegen-     möglich war, unterstützte er trotzdem
        schnäpper und ein Kuckuck. In seiner  auch weiterhin Schüler-Arbeitsge-
        Wirkungszeit hatte der Niedergang   meinscha* en.
        der Fischotterpopulation in fast ganz
        Europa ein bedrohliches Ausmaß      Literatur
        erreicht. In der DDR stand die Art   Frank Fiedler: „August Leppelt – Ein
        unmittelbar vor dem Aussterben. Im   Wegbereiter naturkundlicher Heimat-
        Jahr 1969 erhielt Leppelt Kenntnis   forschung nach dem 2. Weltkrieg“. M.
        vom Verkehrstod eines Otters bei    Hüsni, A. Mikus (Hrsg.), Schiebocker
        Großharthau. Er erreichte, dass das   Landstreicher, H. 2, Burkau 2007, S.
        davon gefertigte Standpräparat an das   43–46
        Museum in Schmölln kam. Es handel-
        te sich um den ersten nachgewiesenen   Paeßler, Roland
        Verlust eines Otters in der Umgebung   * 28.02.1928 in Belmsdorf
        von Bischofswerda nach rund 50      † 23.01.2016 in Bühlau
        Jahren. Dieser Totfund erregte auch
        dank Gerhard Creutz in der Fach-    Paeßler stammte aus dem Erbrichter-
        welt beträchtliche Aufmerksamkeit   und Freigut Belmsdorf. Nach 1945
        (irrtümliche Datierung 1971). Einige   war er als Landwirtscha* slehrer und
        Jahre später konnte Leppelt selbst den   selbstständiger Landwirt tätig. Zwi-
        Fund eines solchen Verkehrsopfers   schenzeitlich # oh er in die Bundesre-
        sichern. Am 7. August 1985 wurde ein  publik. Nach einem Fernstudium an
        männlicher Otter von 106 cm Länge   der Universität Leipzig von 1959 bis
        und einem Gewicht von 9 kg östlich   1964 bei Kurt Rauhe leitete Paeßler
        der Ortsverbindungsstraße Bischofs-  genossenscha* liche Landwirtscha* s-
        werda-Schmölln gefunden. Systemati-  betriebe. Von 1970 bis 1990 vertrat
        sche Spurensuche durch Frank Fiedler  er die Demokratische Bauernpartei

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