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1521 zu der Schmähung „Wider
den Abgott zu Halle“. Zu den erzbi-
schö# ichen Räten gehörte ab 1522
Wincklers ehemaliger Studienkollege
Christoph Krusch witz. 1523 sorgte
ein Ho¤ aplan Albrechts für Aufse-
hen. Nicolaus Demuth, auch Propst
im Kloster Neuwerk, verließ am 14.
April sein Amt, um zu heiraten und
sich der Reformation anzuschließen.
Im selben Jahr wirkte / omas Münt-
zer für einige Monate in Glaucha bei
Halle. 1524 wurde der konservative
Kruschwitz Kanzler des Erzbistums
Magdeburg.
Albrecht berief mit seinem Ho¤ ap-
lan Winckler einen engen Vertrauten
zum Pfarrer an die am 23. August
1523 geweihte Sti* skirche in Halle.
Der rhetorisch begabte Prediger zog
Der Dom zu Halle. Der prachtlie- zu seinen Gottesdiensten die Besu-
bende Erzbischof Albrecht ließ eine cher in Scharen an und sich damit
einfache Dominikanerkirche zu den Neid der Pfarrer der anderen
seiner Sti+ skirche umbauen. Die Hallenser Kirchen zu, die weitgehend
Innenausstattung schufen Albrecht leer blieben. Aber auch Winckler
Dürer, Matthias Grünewald und ö+ nete sich ab 1524 der Reformati-
Lukas Cranach d. Ä. on, zunächst vorsichtig, ohne Luther
in seinen Predigten namentlich zu
eine Sti* skirche, den heutigen Dom. erwähnen. Auch vermied er Kritik
Albrecht benötigte zudem für seine am Papst. Winckler besuchte Luthers
riesige Reliquiensammlung, die zuvor Gottesdienste in Wittenberg, zuletzt
in der Sankt-Maria Magdalenenkapel- am 20. März 1527.
le auf der Moritzburg untergebracht
war, einen geeigneten Au& ewah- Winckler entwickelte sich im katho-
rungsort, um sie den Prozessionen lisch-konservativ geprägten Klerus
der Wallfahrer zu präsentieren. Dass Halles zum wichtigsten Vertreter der
für den Bau der Sti* skirche Einnah- lutherischen Lehre. Der immer noch
men aus dem Ablasshandel # ießen gemäßigte Albrecht ließ ihn gewäh-
sollten, veranlasste Martin Luther ren, auch aus Dankbarkeit für seine
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