Page 388 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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1521 zu der Schmähung „Wider
                                            den Abgott zu Halle“. Zu den erzbi-
                                            schö# ichen Räten gehörte ab 1522
                                            Wincklers ehemaliger Studienkollege
                                            Christoph Krusch witz. 1523 sorgte
                                            ein Ho¤  aplan Albrechts für Aufse-
                                            hen. Nicolaus Demuth, auch Propst
                                            im Kloster Neuwerk, verließ am 14.
                                            April sein Amt, um zu heiraten und
                                            sich der Reformation anzuschließen.
                                            Im selben Jahr wirkte /  omas Münt-
                                            zer für einige Monate in Glaucha bei
                                            Halle. 1524 wurde der konservative
                                            Kruschwitz Kanzler des Erzbistums
                                            Magdeburg.

                                            Albrecht berief mit seinem Ho¤  ap-
                                            lan Winckler einen engen Vertrauten
                                            zum Pfarrer an die am 23. August
                                            1523 geweihte Sti* skirche in Halle.
                                            Der rhetorisch begabte Prediger zog
        Der Dom zu Halle. Der prachtlie-    zu seinen Gottesdiensten die Besu-
        bende Erzbischof Albrecht ließ eine   cher in Scharen an und sich damit
        einfache Dominikanerkirche zu       den Neid der Pfarrer der anderen
        seiner Sti+ skirche umbauen. Die    Hallenser Kirchen zu, die weitgehend
        Innenausstattung schufen Albrecht   leer blieben. Aber auch Winckler
        Dürer, Matthias Grünewald und       ö+ nete sich ab 1524 der Reformati-
        Lukas Cranach d. Ä.                 on, zunächst vorsichtig, ohne Luther
                                            in seinen Predigten namentlich zu
        eine Sti* skirche, den heutigen Dom.   erwähnen. Auch vermied er Kritik
        Albrecht benötigte zudem für seine   am Papst. Winckler besuchte Luthers
        riesige Reliquiensammlung, die zuvor   Gottesdienste in Wittenberg, zuletzt
        in der Sankt-Maria Magdalenenkapel-  am 20. März 1527.
        le auf der Moritzburg untergebracht
        war, einen geeigneten Au&  ewah-    Winckler entwickelte sich im katho-
        rungsort, um sie den Prozessionen   lisch-konservativ geprägten Klerus
        der Wallfahrer zu präsentieren. Dass   Halles zum wichtigsten Vertreter der
        für den Bau der Sti* skirche Einnah-  lutherischen Lehre. Der immer noch
        men aus dem Ablasshandel # ießen    gemäßigte Albrecht ließ ihn gewäh-
        sollten, veranlasste Martin Luther   ren, auch aus Dankbarkeit für seine

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