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Erzbischof direkt einer Mitschuld   ge, gebete vnd Reymen, für die Gots-
        auch an Wincklers Ermordung. Als    förchtigen Läyen“ (1541). Witzel hatte
        Indizien galten, dass jener scheinbar   sich seinerzeit wieder von Luther
        ohne jede Sanktion hatte nach Halle   abgewandt. Andererseits publizierte
        zurückkehren dürfen und dass es     Vehe deutschsprachige Liedtexte, wie
        keine ernstha* en Untersuchungen    es Martin Luther propagierte. Olea-
        gegeben hatte, den Mord aufzuklären.  rius interpretierte das missverständ-
                                            liche Zitat eines Liedautors G.W. bei
        Von Winckler ist heute überliefert,   Vehe mit persönlichem Neid, aber
        dass er christliche Lieder gesam-   auch mit politischer Vorsicht wegen
        melt und auch selbst verfasst habe.   der Missliebigkeit des lutherischen
        Michael Vehe, nach Wincklers Tod    Predigers Winckler im katholisch
        vom Erzbischof als Propst nach Halle   beherrschten Halle jener Tage.
        geholt, um die Sti* skirche wieder
        im katholischen Sinne zu führen,    Quellen: Adolf Brecher: „Winckler, Georg“.
        wird teilweise unterstellt, dass sein   Allgemeine Deutsche Biographie, Bd. 43, 1898, S.
        historisch bedeutsames, katholisches   365; Karl Wilhelm Mittag: „Chronik der königlich
        Liedbuch „Ein New Gesangbuechlin    sächs. Stadt Bischofswerda‘‘. May Bischofswerda,
                                            1861; Michael Pusch, Christian Heckel: „Historische
        Geystlicher Lieder vor alle gutthe   Beschreibung der Stadt Bischo+ swerda. Harpetern
        Christen nach ordenung Christli-    Dreßden, 1713; Georg Pilk. „Die Amtsdörfer bei
                                            Bischofswerda im Jahre 1559“. Unsere Heimat,
        cher kirchen“ (1537) auf Wincklers   9.6.1925; Matrikel- und Promotionsverzeichnis
        Sammlung zurückgehen solle. Quelle   Universität Leipzig; Adolf Laube, Ulman Weiss:
        hierfür ist Johann Christoph Oleari-  „Flugschri* en gegen die Reformation (1525–1530)“.
                                            Akademie Verlag, 2000, S. 525; Johann Geor-
        us, ein Historiker des evangelischen   ge Kirchner: „Historische Nachricht von dem
        Liedschatzes, mit seiner „Hymnologia   Märtyrertode der ersten Lutherischen Blutzeugen
        Passionalis“ (1707). Olearius wies   Jesu Christi“. Waisenhaus Halle, 1755; „Martin
                                            Luthers Kritische Gesamtausgabe“. Böhlau, 1933;
        dem Lied „Da Jesus an dem Kreutze   Otto Michaelis: „Protestantisches Martyrerbuch“.
        stunde“ aus Vehes Sammlung eine     J.F. Steinkopf, 1932; Norbert Böhnke: „Renais-
        Autorenscha*  Wincklers zu, dem     sance Halle“. 2001; Armin Stein: „Die Stadt Halle
                                            a. d. Saale“. Eugen Strien Halle, 1901; Hallisches
        demnach auch „Die Propheten seind   patriotsches Wochenblatt, Bd. 2, in Commission der
        erfüllet“, „Zu Tisch dieses Lämmleins   Buchhandlung des Waisenhauses, 1841; Enno Bünz,
                                            Franz Fuchs. „Der Humanismus an der Universität
        so rein“, „Lobsinget mit Freuden alle   Leipzig“. Otto Harrassowitz Verlag, 2009; Johann
        Rechtgläubigen“, „Vater im Himmel,   Christian Gueinz: „Memoria Georgii Winckleri,
        wir Deine Kinder bitten durch Christ   veritatis divinae contra o+ ucias Romanae curiae
                                            apud Hallenses saeculo post Christum natum XVI
        das ewige Kind“ zuzuordnen wären.   testis integerrimi, renovata interprete M. Io. Christ.
        Bei Vehe ist tatsächlich die Mitar-  Gueinzio“. Halle 1729; Werner Freitag: „Mitteldeut-
        beit eines G.W. vermerkt, was heute   sche Lebensbilder: Menschen im späten Mittelalter“.
                                            Böhlau 2002; Gottfried Lebrecht Richter: „Allgemei-
        aber eher auf Georg Witzel bezogen   nes biographisches Lexikon alter und neuer geist-
        wird unter Hinweis auf dessen „Odae   licher Liederdichter“. Martini 1804; Paul Redelin:
                                            „Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue
        christianae: Etliche christliche Gesen-  Sti*  zu Halle. 1520–1541“. F. Kirchheim, 1900

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