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Stöckhardt, Ernst % eodor
Professor, Landwirtscha* slehrer in Brösa, Chemnitz und Jena
04.01.1816 Bautzen – 27.03.1898 Bautzen
V: Gerhard Heinrich Jacobjan (*28.3.1772 Schwepnitz, †28.10.1830 Bautzen), Pastor Secunda-
rius am Dom St. Petri Bautzen, Schri* steller, Freimaurer; M: Erdmuthe Wilhelmine geb. von
Leonhardi (*1.4.1778 Weida, †4.3.1820 Bautzen), Tochter von Commodore von Leonhardi,
holländischer Flottenkapitän und ehemaliger Gouverneur von Ceylon, und Schwester von Carl
August von Leonhardi, Stadtkommandant und Ehrenbürger von Leipzig; G: Ernst Hermann
(*1812 Bautzen), Hermann Constanz (*7.10.1814 Bautzen, †8.11.1875 Dresden, Gutsverwalter in
der Landwirtscha* , Versicherungskaufmann in Dresden, Mannheim und Wien), 4 Halbbrüder
und 1 Halbschwester aus der 1. Ehe des Vaters, Gerhard Julius (*20.12.1800 Glauchau, †1.6.1825
Bautzen, Mitglied der Lausitzer Predigergesellscha* , designierter Bürgerschullehrer, Freimau-
rer), Heinrich Robert (*11.8.1802 Glauchau, †10.10.1848 St. Petersburg, Freimaurer, Professor
für Römisches Recht), Hermann Eduard (*24.10.1803 Glauchau, †24.12.1845 Lichtenstein, Kauf-
mann in Glauchau, Bautzen und Lichtenstein), Gustav Albin (*20.2.1805 Glauchau, †11.2.1855,
Dr. med., Assistent bei Carl Gustav Carus, praktizierte in Glauchau, Verdienste während der
Cholera-Epidemie 1848), Aurora (1807–1809 Bautzen); E: 22.9.1840 Coelestine geb. Mitschke
(*24.5.1818 Purschwitz, †1894), Tochter des Pfarrers Wilhelm Mitschke; K: Gerhard Erwin
(*14.7.1841 Purschwitz, †30.7.1842 Brösa)
Ernst / eodor Stöckhardt entstamm- Bischofswerda die beiden Hauptlinien
te der Putzkauer Linie einer weitver- der Familie, den Putzkauer (J]q?>>
zweigten protestantischen / eologen- H=K>@K`q S^`q?@|^) und den
familie. Die Stöckhardts haben sich Lauterbacher Zweig. Der in Putzkau
über Generationen große Verdienste geborene Großvater von Ernst / eo-
um das geistliche Leben, aber auch dor, Johann Gottrau Stöckhardt, war
um Wissenscha* und Wohlfahrt in zuletzt Pfarrer in Schwepnitz. Sein
Sachsen und darüber hinaus erwor- Grabmal auf dem dortigen Friedhof
ben. Die Familie geht auf den wäh- zählte Cornelius Gurlitt zu Sachsens
rend der Religionswirren mit seinen Bau- und Kunstdenkmälern.
Eltern aus Flandern vertriebenen und
nach Sachsen eingewanderten Kauf- Stöckhardt verlor schon mit vier
mann Gerhard van Stoeckhardt zu- Jahren die Mutter. Entscheidende
rück. Kurfürst August warb während Anregungen verdankte er seinem
seiner Regentscha* bis 1586 etwa Vater. G=@q?@| H=K>@K`q J?`]{ ?>
20.000 Einwanderer aus den Nieder- S^`q?@|^, ab 1821 wieder verhei-
landen an, um mit ihrer Hilfe ein leis- ratet, war ein hochgebildeter Mann
tungsstarkes Textilgewerbe in Sachsen und seit 1804 Pfarrer am Petridom in
aufzubauen. Van Stoeckhardts Enkel Bautzen. Zur Familie gehörte u. a. der
begründeten im späten 17. Jahrhun- ältere Halbbruder R]{=@^ S^`-
dert als Pfarrer in der Umgebung von q?@|^. Der Vater wirkte in Bautzen
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