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Das Geburtshaus von Johann Schneider, heute Neugersdorf, Rudolf-Breit-
        scheid-Straße 4, wurde von der Familie 1788 bezogen. Das Umgebindehaus
        steht unter Denkmalschutz. Foto: Matej Batha (Wikimedia Commons,
        Lizenz CC BY-SA 3.0)
        Nach einem kurzen Studium der       1812 kehrte Schneider als Organist
        Rechte an der Universität Leipzig   an der Görlitzer Hauptkirche St. Peter
        im Jahre 1810 bei Christian Gottlieb   und Paul mit ihrer Sonnenorgel in
        Haubold widmete sich Schneider      die Oberlausitzer Heimat zurück.
        ganz der Musik und interpretierte als   Er studierte die Orgelbaukunde, um
        Organist an der Paulinerkirche vor-  Orgeln selbst prüfen und reparieren
        zugsweise Johann Sebastian Bach. Die  zu können, lehrte Orgel, Klavier und
        Stelle hatte er 1811 in der Nachfolge   Gesang und gründete einen Gesang-
        seines Bruders Friedrich erhalten.   verein. Georg Ottomar Baumeister
        Im selben Jahr wurde er zudem als   gehörte zu seinen Schülern. Ab 1816
        Gesanglehrer an der Ratsfreischule   gab Schneider Orgelkonzerte, die ihn
        unter Karl Gottlieb Plato angestellt.   weit über die Grenzen der Oberlausitz
        Wichtige musikalische Anregungen    hinaus führten, beispielsweise nach
        verdankte er /  omaskantor Johann   Altenburg, Dessau, Freiberg, Gotha,
        Gottfried Schicht. Gefördert wurde er   Leipzig, Liegnitz und Weimar. Man
        aber auch vom Universitätsprofessor   rühmte sein Improvisationsvermögen
        Ernst Platner.                      und die Interpretationen von Johann

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