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Richter, Siegmund Ehrenfried
Buchdrucker in Görlitz, Verleger in Dresden
16.03.1711 Bautzen – 01.06.1762 Dresden
V: Gottfried Gottlob (*21.2.1682 Bautzen, †18.10.1738 Bautzen, Buchdrucker); G: Karl Gottfried
(*13.1.1716 Bautzen, †16.11.1745 Bautzen, Buchdrucker); E: (1) 22.2.1736 Johanna Christiana
geb. Herguth (†15.3.1736, Pfarrerstochter aus Henneberg), (2) 26.2.1737 Görlitz, Friederica
Christiana († Ende 12/1796, Tochter des Buchdruckers Nicolaus Schill in Lauban, verschwägert
mit dem Historiker Karl Gottlob Dietmann, 2. Ehe mit Hofrat Johann Gottfried Haymann,
Assessor an der Kommerzien-Deputation Dresden)
Richter stammte aus einer Bautzener David Hollaz und Christoph Hay-
Buchdruckerfamilie. Sein Großvater mann mit Schri* en zur Religions-
Andreas Richter (1639–1719) hatte geschichte sowie Gymnasialdirektor
1676 die Familientradition mit der Friedrich Christian Baumeister.
Übernahme der Buchdruckerei von 1745 ergänzte er sein Geschä* um
Christoph Baumann begründet. einen Buchhandel, indem er sich
1707 übergab er das Geschä* seinem mit Johann Friedrich Fickelscherer
Sohn Gottfried Gottlob Richter. Dem verband. Die Görlitzer Firma Richter
folgte 1738 dessen jüngerer Sohn Karl & Co. ging nach Richters Tod in den
Gottfried Richter. Richters Buch- alleinigen Besitz Fickelscherers über,
druckerei ist insbesondere für eine der das Geschä* bis 1794 fortführte
Vielzahl von Drucken in sorbischer und u. a. das „Lausitzische Magazin“
Sprache bekannt geworden. Siegmund und die „Lausizische Monatsschri* “
Ehrenfried Richter, der ältere Sohn der Oberlausitzischen Gesellscha*
von Gottfried Gottlob Richter, lernte der Wissenscha* en herausbrachte.
bis 1729 beim Vater und ging dann
nach Altdorf, Würzburg und Augs- 1746 nahm Richter in Dresden eine
burg. 1734 nahm er eine Stelle in der Stelle als Ho+ aktor an. Ho+ aktoren
Druckerei von Christoph Zipper & wurden an Fürstenhäusern mit der
Söhnen in Görlitz an, 1736 übernahm Regelung % nanzieller Angelegenhei-
er die Druckerei. Auf sein Erbrecht ten betraut. Dazu zählte inbesondere
an der Familiendruckerei in Bautzen die Bescha+ ung von Geldmitteln für
verzichtete er. Richter hat 66 Schrif- Luxusgüter – während der Regent-
ten produziert, die für ihren klaren scha* von August III. mit seinem
Druck sowie für schöne Initial- und Minister Heinrich von Brühl eine
Finalstöcke und Zierleisten gerühmt besonders anspruchsvolle Tätigkeit.
wurden. Zu seinen Autoren zählten Am 25. Januar 1749 stellte Richter in
der Historiker Christian Knauth, die Dresden ein Gesuch an August III.
/ eologen Karl Gottlob Dietmann, um Erteilung des Privilegs für das
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