Page 275 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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Produktion der Zeitung in der Löbau-  Christoph Arnold verwickelt waren.
        er Zweigstelle von Richters eigenem   Verschiedene Anwartscha* en wurden
        Druckhaus in Görlitz erfolgte. Mit   für den Fall des Ablebens oder des
        seinem erweiterten Zeitungskonzept   Wegzugs der Witwe Richter zugesagt.
        hatte Richter das Anzeigenblatt zum   Gültig blieb jene für Breitkopf, der
        Mittelpunkt des geistigen Lebens in   den Anzeiger inzwischen druckte und
        Dresden gemacht. Mit Beginn des     der die Anwartscha*  1790 zusammen
        Siebenjährigen Krieges 1756 stand   mit Buchhandlungen in Dresden,
        er vor einer neuen Herausforderung.   Görlitz und Bautzen (Drachstedt)
        Wechselnde Besatzungsmächte be-     an Carl Christian Richter weiterver-
        dienten sich der Zeitung für ihre Ver-  äußerte. Mit dem Tod von Richters
        lautbarungen, Friedenssehnsucht und   Witwe trat die Option in Kra* , wobei
        Kriegsberichterstattung musste Raum   dies Carl Christian Richter nicht
        gegeben werden. Richter rief in seinen  mehr erlebte. Johann August Tode,
        Gedichten göttliche Hilfe gegen die   ein Verwandter der Witwe Siegmund
        Schrecken des Krieges an. Durch den   Ehrenfried Richters, wurde mit der
        Beschuss mit Kanonen während der    Administration beau* ragt. Aber erst
        Belagerung Dresdens durch preußi-   mit dem Verkauf im Jahre 1837 durch
        sche Truppen im Jahre 1760 wurde    Carl Christian Richters Enkelin,
        auch das Domizil von Richters Zei-  der Freiin von Schlichten, an Justus
        tung in der Landhausstraße zerstört,   Friedrich Güntz für 17.000 Taler kam
        die darau—  in auf das Areal der spä-  die inzwischen „Dresdner Anzeiger“
        teren Kunstakademie zog. Nachdem    genannte Zeitung in ruhigere Bah-
        sich die Lage etwas beruhigt hatte,   nen. Nach Güntz‘ Sti* ung im Jahre
        dokumentierte man den Ablauf der    1856 ging der Anzeiger in städtischen
        Kamp—  andlungen und deren Folgen   Besitz über und die Erträge wurden
        ausführlich. Den Hubertusburger     fast 100 Jahre lang für die Wohlfahrt
        Friedensschluss von 1763 hat Richter   und die Verschönerung Dresdens
        nicht mehr erlebt. Wenige Tage nach   eingesetzt. Richters großer Verdienst
        seinem Tod wandte sich die Witwe    bestand darin, die Zeitung zu einem
        an den Hof mit dem Appell, ihr das   wirtscha* lich gesunden Unterneh-
        Anzeigerprivileg zu übertragen, auch   men geführt zu haben.
        im Hinblick auf die wirtscha* lichen
        Folgen des anhaltenden Krieges.     Quellen: J. Braun: „Richter, Andreas“. Allgemeine
                                            Deutsche Biographie, Bd. 28, 1889, S. 446–447;
        Dem Gesuch wurde am 23. Juni 1762   Herbert Zeißig: „Eine deutsche Zeitung. Zwei-
        stattgegeben. Damit begann eine Zeit   hundert Jahre Dresdner Anzeiger“. Verlag der Dr.
        he* iger Auseinandersetzungen, in die   Güntzschen Sti* ung, 1930; Gottlieb Friedrich Otto:
                                            „Lexikon der seit dem 15. Jahrhundert verstorbenen
        auch renommierte Druck- und Ver-    und jetztlebenden Oberlausizischen Schri* steller
        lagshäuser wie die von Johann Gott-  und Künstler“. Görlitz, 1800 + .; Christian Friedrich
                                            Gessner u. a.: „Der so nöthig als nützliche Buchdru-
        lob Immanuel Breitkopf und Johann   ckerkunst und Schri* giesserey“. 1741

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