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Bibel heraus. Schon 1775 publizierte
                                            Petermann beim Intelligenz-Comp-
                                            toir (ehemals SK=[~T>| Eq@=>€@K=|
                                            RK`q^=@) die theologische Streit-
                                            schri*  „Erlaubte Beleuchtung“ gegen
                                            bibelkritische Abhandlungen des
                                            Engländers Eduard Harwood, wobei
                                            er auch auf Antithesen des Berliner
                                            Oberkonsistorialrats Wilhelm Abra-
                                            ham Teller zurückgri+ .



        Die aus Holz gebaute Johannis-      Quellen: Christian Adolph Pescheck: „Die
        kirche (Zeichnung Moritz Krantz,    böhmischen Exulanten in Sachsen“. Hierzel,
        Deutsche Fotothek, CC BY-SA 4.0)    Leipzig 1857; Franckesche Sti* ungen zu Halle
                                            (Saale): Datenbank zu den Einzelhandschrif-
        musste 1784 abgerissen werden. Die   ten in den historischen Archivabteilungen;
        Gottesdienste fanden danach in der   Digitalisierte „Bergmann‘sche Exulanten-
        nahen Waisenhauskirche statt.       sammlung“, in Zusammenarbeit der Ludwig-
                                            Maximilians-Universität München und des
                                            Hauptstaatsarchivs Dresden; Paul Flade:
        1784 gründete sich unter Petermanns   „Neue Sächsische Kirchengalerie, Ephorie
        Leitung eine Dresdner Partikularge-  Dresden 1“. 1906; Christian Gottlieb Jöcher,
        sellscha*  aus mehreren „erweckten“   Johann Christoph Adelung, Heinrich Wilhelm
        Pfarrern. Zuletzt war Petermann     Rotermund: „Allgemeines Gelehrten-Lexicon“.
        Senior des geistlichen Ministeri-   Gleditsch, 1816; Gottfried Lebrecht Richter:
        ums. 1789 begann unter Leitung von   „Allgemeines biographisches Lexikon alter
                                            und neuer geistlicher Liederdichter“. 1804;
        Ratsbaumeister Christian Heinrich   Lausitzisches Magazin“. Bd. 25, Fickelscherer
        Eigenwillig der Neubau der Johan-   1792; Karl Gottlob Dietmann: „Die gesamte
        niskirche. Ihre Weihe im Jahre 1795   der ungeänderten Augsp. Confeßion zuge-
        erlebte Petermann nicht mehr.       thane Priesterscha*  in dem Churfürstenthum
                                            Sachsen und denen einverleibten, auch einigen
                                            angrenzenden Landen“.  Bd. 1, 1752; Website
        Petermann verfasste in seiner Dresd-  Johannes-Kantorei; www.apfelloge.de; www.
        ner Zeit eine Reihe theologischer   genbo.de; Ursula Bach: „Auszug und Ankun* .
        und sprachwissenscha* licher Bücher.   Der Weg der Evangelischreformierten Beth-
        Unter seinen Werken ragen das böh-  lehemsgemeinde durch drei Jahrhunderte“;
                                            /  omas Keller: „Das tolerante Brandenburg/
        mische Gesangbuch von 1748 („Ho-    Preußen? Toleranzpolitik am Beispiel der
        spodina Srdcem y Rty Chwáleni“),    böhmischen Exulanten in Brandenburg/Preu-
        eine böhmische Grammatik sowie      ßen“. GRIN Verlag, 2007; Frank Metasch: „Die
        ein Buch mit böhmischen Postillen   Einwanderung und Integration von Exulanten
                                            in Dresden während des 17. und 18. Jahrhun-
        von 1783 („Krestanske Wjry Základ“)   derts“. Dissertation TU Dresden, 2006; www.
        hervor. Er gab zudem eine böhmische   uhyst.de; Lausitzisches Magazin, 15.12.1782

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