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Hesse, Walther


        Dr. med., Bakteriologe und Hygieniker
        27.12.1846 Bischofswerda – 19.07.1911 Dresden

        V: Friedrich Wilhelm (*15.6.1817 Großröhrsdorf, †1.12.1897 Oberlößnitz), Dr. med., praktischer
        Arzt in Bischofswerda und Bezirksarzt in Zittau; M: Auguste Louise geb. Großmann (*1824,
        †23.1.1885), Tochter des Bischofswerdaer Tuchfabrikbesitzers Christian Gottlob Großmann; G: 5
        Brüder und 6 Schwestern, Hermann (*1844 Bischofswerda, Kaufmann, nach Amerika ausgewan-
        dert), Richard (*13.9.1845 Bischofswerda, †23.1.1913 Radebeul, Dr. med. 1869 in Leipzig, Arzt
        in Brooklyn, Long Island College Hospital, St. Mary‘s Hospital für Frauen, Kurarzt in Schweizer-
        mühle, ab 1885 Badearzt in Rosenthal, um 1900 leitender Arzt am Genesungsheim Fiedler- und
        Augustushaus Oberlößnitz, verh. mit Ida geb. Cassebeer aus Hastings-On-/  e-Hudson, New
        York), Elise, Friedrich Louis (*7.12.1849 Bischofswerda, †22.10.1906 Leipzig, Professor und
        Gründer der Universitätszahnklinik Leipzig), Anna, Marie (2.12.1852–15.10.1934, verh. mit Wil-
        helm August Schrader), Hulda, Ida, Emma († mit sechs Monaten), Georg († mit zwei Wochen),
        Georg (*1865 Bischofswerda, †1931 Dresden, Direktor einer privaten chirurgischen Klinik in
        Dresden); E: 16.5.1874 Genf, Fanny Angelina geb. Eilshemius (*22.6.1850 New York, †1.12.1934
        Dresden); K: Friedrich Henry (9.2.1875–3.8.1960, Dr. med., Orthopäde und Chirurg, Chefarzt
        des Waldsanatoriums Blasewitz), Gustav (*24.12.1876 Schwarzenberg, †1.4.1945, Professor,
        Direktor der Universitätszahnklinik Jena), Walter (*25.3.1879 Schwarzenberg)

        Die medizinische Berufslau&  ahn hat-  Walther Hesses Eltern hatten 1843
        te bei den Hesses Tradition. Der Va-  geheiratet. Die Praxis des Vaters war
        ter, Friedrich Wilhelm Hesse, ließ sich  aber zunächst wirtscha* lich nicht
        1842 als praktischer Arzt in Bischofs-  sehr erfolgreich und auch die Eltern
        werda nieder, wo er von 1845 bis 1846  der Mutter konnten aus den Erträgen
        die Arbeiter am Bau der Sächsisch-  ihrer Tuchfabrik kaum Hilfe leisten.
        Schlesischen Eisenbahntrasse be-    Erst mit der Betreuung des Eisen-
        treute. Von 1871 bis 1892 amtierte er   bahnbaus besserte sich die Lage. Die
        als Bezirksarzt in Zittau. Hesse sen.   Familie wohnte Ende der 1840er Jahre
        stammte ursprünglich aus Großröhrs-  mit drei Söhnen und einer Tochter
        dorf, wo wiederum sein Vater „kleine   mietfrei in einem Haus der Schwie-
        Chirurgie“ praktiziert und ein Groß-  gereltern. 1849 kau* e der Vater ein
        vater als Wundarzt gearbeitet hatten.   Haus mit Garten am damaligen Stadt-
        Friedrich Wilhelm Hesse war der ers-  rand, weil er ho”  e, dass seine Kinder
        te akademisch ausgebildete Mediziner  hier gesünder aufwachsen würden.
        seiner Familie. Er stand am Anfang   Ein Angebot des Schwiegervaters, den
        einer bedeutenden Ärztedynastie, so   jüngsten Sohn, Walther, in P# ege zu
        gründete F@K=|@K`q L]TKX H=XX=,     nehmen, wurde abgelehnt. Zusam-
        ein Bruder Walthers, die Universitäts-  men mit den Söhnen des Superinten-
        zahnklinik Leipzig.                 denten Heinrich August Lehmann
                                            erhielten die Jungen Privatunterricht.

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