Page 166 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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Blick entlang der historischen Stadtgrenze von Bischofswerda zum heuti-
        gen Stadtbad: Links zu sehen ist die Silhouette der Fronfeste am ehemali-
        gen Dresdner Tor. Rechts im Bild be& ndet sich das Wohnhaus der Familie
        Hesse. Es wurde von Hesses Vater 1849 einschließlich Garten erworben und
        1859 als Heim für schwächliche Kinder eingerichtet.

        Später besuchte Walther die Kreuz-  Ernst L. Wagner. Hesse nahm 1870/71
        schule in Dresden. Die drei Schwes-  als Feldassistenzarzt am Deutsch-
        tern Elise, Marie und Ida wurden am   Französischen Krieg teil, darunter an
        Freimaurer-Institut für Töchter in   den Schlachten um Gravelotte und
        Dresden zu Lehrerinnen ausgebildet.   St. Privat. Hier begann sein soziales
        Es war von der Loge „Zum goldenen   Engagement. Hesse kritisierte die me-
        Apfel“ gegründet worden. Der Vater   dizinische Versorgung der Truppen,
        Hesse gehörte seit 1857 der Freimau-  die hygienischen Bedingungen und
        rer-Loge „Zu den drei Schwertern    machte Verbesserungsvorschläge. Das
        und Asträa zu grünenden Raute“ in   aktive Eintreten für soziale Fragen
        Dresden als Mitglied an, später in   blieb charakteristisch für sein weiteres
        Zittau der Loge „Friedrich August zu   Berufsleben. Die erste international
        den 3 Zirkeln“.                     bekannte Arbeit war ein Ergebnis
                                            seiner Tätigkeit als Schi+ sarzt auf der
        Walther Hesse ging 1866 wie sein    New York - Linie. Professor Gavingel
        älterer Bruder Richard und zwei Jahre  aus Le Havre bezeichnete Hesses Er-
        später der jüngere Bruder Friedrich   kenntnisse zur Seekrankheit als erste
        Louis zum Medizinstudium an die     wissenscha* liche Arbeit zu dieser
        Universität Leipzig. Er meldete sich   /  ematik überhaupt, die „Zittauer
        1867 freiwillig zum einjährigen Mi-  Medizinische Gesellscha* “ zeichnete
        litärdienst und promovierte 1870 am   ihn dafür aus. Nach einer Assistenz
        Pathologischen Institut bei Professor   an der Heil- und P# egeanstalt Pirna

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