Page 160 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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der anatomischen Ausbildung, breit einen zweijährigen Studienurlaub
anwendbares Grundlagenwissen zu am New Yorker Dental College, wo
erwerben, v. a. im Hinblick auf eine er 1881 das Examen ablegte. Um
angestrebte Chirurgenlau& ahn. den Aufenthalt zu % nanzieren und
Neben Braune und His gehörte auch Mittel für seine beru# iche Zukun* zu
der berühmte Physiologe Carl Ludwig erwerben, betrieb er im Hause seines
zu seinen Förderern. Mit ihm führte Bruders eine Zahnarztpraxis. Die
er u. a. Experimente zur Mechanik Kombination von in Leipzig erworbe-
der Herzbewegung durch. In einem nen naturwissenscha* lichen Grund-
Brief an den Bruder W?_^q=@ H=XX= lagen und Ausbildung an neuesten
schrieb Ludwig später, dass Friedrich technischen Einrichtungen und Ma-
Hesse unzweifelha* die Befähigung terialien in den USA sollte sich später
zu einem Professor der Anatomie als entscheidende Voraussetzung für
habe, er ihn aber trotzdem unter- seine Karriere als Zahnmediziner
stützt, diese Lau& ahn zugunsten der erweisen. Hesse erö+ nete im Februar
eines Zahnarztes aufzugeben. Das 1882 eine erfolgreiche Zahnarztpraxis
Jahr 1877 markierte den Höhepunkt in Leipzig. Bei Dr. Klare bestand er im
der anatomischen Lau& ahn Hesses. selben Jahr die deutsche zahnärztliche
Er habilitierte sich zum Privatdozen- Prüfung.
ten und unternahm eine Studienreise
nach Paris zu Louis-Antoin Ranvier, Im Mai des Jahres 1883 heiratete
bei dem er ein Vierteljahr am College Hesse Agnes / iersch. Sein Schwie-
de France arbeitete, und nach Straß- gervater war der bekannte Leipziger
burg zu Heinrich Wilhelm Waldeyer. Chirurg Carl / iersch (seit 1876
1879 erhielt Hesse eine Studienreise Universitätsrektor), dessen Vater
in die USA. Mit Hilfe seines Bruders wiederum, Friedrich / iersch, ein
Richard, Arzt in Brooklyn, knüp* e er bekannter Philologe. Die Schwie-
Kontakte zu amerikanischen Zahn- germutter, Johanna / iersch, war
medizinern. Besonders beeindruckte die zweitälteste Tochter des Justus
ihn das seinerzeit unvergleichlich von Liebig, eines der bedeutendsten
reichhaltig ausgestattete Medical deutschen Chemiker überhaupt.
Department der Pennsylvanischen Zu Hesses Schwägern gehörten der
Universität. Er beschloss, sich der protestantische / eologe und Kir-
Zahnheilkunde zuzuwenden. In chenhistoriker Adolf von Harnack
Abstimmung mit His und Ludwig und der Historiker und Politiker Hans
entwickelte er Pläne für einen wis- Delbrück. Carl / iersch zählte neben
senscha* lichen Zahnheilkundeun- Braune, His und Ludwig zu den
terricht in Deutschland. 1880/1881 wichtigsten Befürwortern der Ein-
nahm Hesse mit Förderung durch die richtung einer Lehrstätte für Zahn-
Albrechtsti* ung unter Carl / iersch ärzte in Leipzig. Im Jahre 1883 erhielt
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