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Agrikulturchemie im Mittelpunkt. des „Aktienvereins zur Veredlung der
Hermann beteiligte sich im Landes- Viehzucht“ an. Der auf sechs Jahre
kulturrat an der Koordinierung der befristete Vertrag mit der Versuchs-
regionalen Landwirtscha* svereine station Weidlitz sollte um weitere
und organisierte über die Kreisverei- sechs Jahre verlängert werden, als
ne den Wissenstransfer in die land- Hermann 1862 starb. Er wurde in der
wirtscha* liche Produktion. König Familiengrabstätte auf dem Friedens-
Friedrich August II. verlieh ihm am berg nahe der Verbindungsstraße von
7. Juni 1852 für Verdienste um die Weidlitz nach Pannewitz beigesetzt.
Landwirtscha* das Ritterkreuz des
Albrechtsordens. Im Herrenhaus Weidlitz befand sich
eine größere Zahl wertvoller Gemäl-
Dem sächsischen Landtag gehörte de, darunter Porträts von Hermanns
Hermann, seit 1842 Stellvertreter, ab Urgroßvater Friedrich Philipp Lingke,
1853 an. Einer seiner Abgeordneten- seiner Großmutter Christiane Frie-
kollegen war E|T?@| G]^^_]{ <]> derike Hermann und seinem Vater
N]X^K^ T>| J>=>|]@. Friedrich Wilhelm Hermann. Die
Bilder kamen nach 1945 in den Besitz
1854 schlug / eodor Reuning dem der Staatlichen Kunstsammlungen
hiesigen Kreisverein vor, auch in der Dresden und des Museums Bautzen
Oberlausitz eine landwirtscha* liche und wurden 2010 restituiert.
Versuchsstation einzurichten. Nach-
dem das Innenministerium Bautzen
als Standort abgelehnt hatte, stellte Quellen: Gustav Adolf Poenicke: „Album
Hermann 1857 sein Rittergut Weidlitz der Rittergüter und Schlösser im Königreiche
zur Verfügung. Als wissenscha* li- Sachsen“. 1859; Robert Heller: „Brustbilder
cher Leiter wurde JT_KTX L=q~?>> aus der Paulskirche“. Mayer Leipzig, 1849;
gewonnen. Hermann stand dem Ku- www.zhsf.uni-koeln.de; Heinrich Gerd Dade:
ratorium vor. Mit dem Ziel, Landwirt- „Die deutsche Landwirtscha* unter Kaiser
Wilhelm II.“ Bd. 2, C. Marhold, 1913; Die
scha* und Naturwissenscha* en zu Landwirtscha* lichen Versuchs-Stationen,
verbinden, gründeten die Weidlitzer Schönfeld, 1859; Annalen der Landwirtscha*
Hermann und Lehmann zusammen in den Königlich Preußischen Staaten, Bd.
mit Wissenscha* lern aus Möckern, 33–34, Wiegandt u. Hempel, 1859; Dresdner
/ arandt und Chemnitz, darunter Adreß-Kalender, 1837; Schöne: „Die Säch-
sische Landwirtscha* “. 1925; Mittheilungen
E@>X^ Tq=]|]@ S^` q?@|^, 1858 des Statistischen Vereins für das Königreich
die renommierte Zeitschri* „Die Sachsen, 1833; Cornelius Gurlitt: „Weidlitz“.
Landwirtscha* lichen Versuchs- Beschreibende Darstellung der älteren Bau-
Stationen“. Bis 1860 gehörte Hermann und Kunstdenkmäler des Königreichs Sach-
sen, Bd. 32, 1908; Katolski Posol, 27.5.2012;
mit / eodor Reuning und Julius Georg Müller: „Paul Hermann“. In: Sächsische
Adolph Stöckhardt dem Direktorium Lebensbilder, Bd. 1, 1930
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