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Hesse, Friedrich Ludwig (Louis)


        Professor, Zahnmediziner in Leipzig
        07.12.1849 Bischofswerda – 22.10.1906 Leipzig

        V: Friedrich Wilhelm (*15.6.1817 Großröhrsdorf, †1.12.1897 Oberlößnitz), Dr. med., prak-
        tizierte in Bischofswerda, Bezirksarzt in Zittau; M: Auguste Louise geb. Großmann (*1824,
        †23.1.1885), Tochter des Tuchfabrikbesitzers Christian Gottlob Großmann; G: 5 Brüder und 6
        Schwestern, darunter Hermann (*1844 Bischofswerda, nach Amerika ausgewandert), Richard
        (*13.9.1845 Bischofswerda, †23.1.1913 Radebeul, Dr. med., Arzt in Brooklyn, Kurarzt in Schwei-
        zermühle, Badearzt in Rosenthal, um 1900 leitender Arzt am Genesungsheim Fiedler- und
        Augustushaus Oberlößnitz), Walther (*27.12.1846 Bischofswerda, †19.7.1911 Dresden, Dr. med.,
        Hygieniker und Bakteriologe), Marie (2.12.1852–15.10.1934, verh. mit Wilhelm August Schra-
        der), Georg (*1865 Bischofswerda, †1931 Dresden, Direktor einer privaten chirurgischen Klinik
        in Dresden), zwei Geschwister verstarben früh; E: Mai 1883, Agnes geb. /  iersch (1863–1954,
        Tochter des Leipziger Universitätsrektors Carl /  iersch und Enkelin des Justus von Liebig); K:
        Johanna verh. Long (*28.2.1885 Leipzig, †11.3.1976 Leipzig, Mutter des Silbermedaillengewin-
        ners im Weitsprung Berlin 1936, Luz Long), Richard (*12.3.1886 Leipzig, †21.5.1958 Friedrichs-
        hafen, Dr. med. dent.), Agnes verh. Leclercq (*18.10.1888 Leipzig, †30.1.1973 Dresden), Karl
        (*16.1.1890 Leipzig, †10.9.1967 Löbau, Dr. med.), Kurt (*13.9.1894 Leipzig, †4.9.1914 Straß-
        burg), Fritz (*19.7.1897 Leipzig, †26.12.1980 Mainz, Professor der Chirurgie Saarbrücken)

        Hesses Vater praktizierte fast drei   Friedrich Hesse besuchte zunächst die
        Jahrzehnte als Arzt in Bischofswerda.   Stadtschule Bischofswerda, wurde zu-
        Ab 1859 betrieb er am Stadtrand ein   hause unterrichtet und wechselte mit
        Heim, in dem schwächliche Kinder    13 Jahren auf die Kreuzschule Dres-
        Gesundheitsbetreuung und Schul-     den. 1868 begann er – wie schon seine
        unterricht erhielten. Das Ehepaar   Brüder Richard und Walther zuvor –
        Hesse hatte auch viele eigene Kinder.   ein Medizinstudium an der Universi-
        Zusammen mit seiner Frau, einer     tät Leipzig. Er unterbrach es, um 1870
        Tochter aus der bekannten Tuchma-   als Einjährig-Freiwilliger während
        cherdynastie Großmann, legte der Va-  des Deutsch-Französischen Krie-
        ter großen Wert auf eine gründliche   ges in die Armee einzutreten. Nach
        Schulausbildung – mit bemerkens-    dem Krieg setzte Hesse bei Christian
        wertem Erfolg. Vier Söhne wurden    Wilhelm Braune das Studium fort
        Mediziner, drei Töchter erhielten eine   und erhielt nach seiner Approbation
        Lehrerinnenausbildung am Freimau-   1873 bei Wilhelm His eine Anstel-
        rerinstitut für Töchter in Dresden.   lung als Assistent am Anatomischen
        Es war von der Loge zum „Goldenen   Institut. 1874 promovierte Hesse bei
        Apfel“ gegründet worden. Vater Hesse  Professor His mit Untersuchungen
        war ab 1857 Mitglied der Dresdner   „Ueber die Muskeln der menschlichen
        Loge „Zu den drei Schwertern und    Zunge“. 1875 wurde er zum Prosek-
        Asträa zu grünenden Raute“.         tor ernannt. Hesse erho”  e sich von

                                                                           159
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