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Hermann, Paul


        Dr. jur., Rittergutsbesitzer, Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung
        17.04.1809 Dresden – 17.08.1862 Weidlitz

        V: Friedrich Wilhelm (*1774, †11.4.1822 Dresden), Ratssyndikus und Bürgermeister (1816–
        1822, während der Stadtentfestigung durch G]^^_]{ F@K=|@K`q Tq]@~==@) in Dresden,
        Sohn des Dresdner Kammerassistenzrats Johann Zacharias Hermann, Nachfahre von Hans
        Hermann, Handelsherr und Mitglied des großen Rats in Nürnberg, sowie der Bürgermeister von
        Torgau Paul Hermann (†27.4.1704) und Johann Zacharias Hermann (†1735); M: Charlotte Wil-
        helmine geb. Kuhn aus Freiberg; E: 14.10.1839, Julie geb. von Weidenbach (*20.9.1811 Augsburg,
        †23.5.1888 Weidlitz); K: Paul Friedrich (*19.7.1847 Weidlitz, †14.5.1917 Weidlitz, Dr., Erbe von
        Weidlitz und Pannewitz, verh. mit /  erese geb. Roscher)


        Hermann absolvierte trotz des frühen   Nach großen Gebietsverlusten infolge
        Todes des Vaters die Kreuzschule in   der napoleonischen Kriege musste
        Dresden und legte 1827 das Abitur   Sachsen im 19. Jahrhundert dringend
        ab. Danach studierte er Rechts-     seine landwirtscha* liche Produkti-
        wissenscha* en an der Universität   on steigern. Ab 1836 beteiligte sich
        Leipzig und Kameral- und Staatswis-  Hermann unter Leitung von JT_KTX
        senscha* en in Berlin. 1830, im Jahr   G]^^_]{ <]> N]X^K^™ T>| Jš>‚=>-
        seiner Volljährigkeit, erhielt er die   |]@€ an der Umgestaltung der sächsi-
        Rittergüter Weidlitz und Pannewitz,   schen Landwirtscha* . Er war bis 1837
        die Hermann zunächst verpachtete.   Assessor bei der Generalkommission
        1832 kehrte er als Rechtspraktikant   für Ablösungen und Gemeinheits-
        nach Dresden zurück und arbeitete   teilungen, der auch H=K>@K`q AT-
        im Zentralkomitee des Vereins für   [TX^ B_]`q~?>> als ökonomischer
        Statistik des Königreichs Sachsen. Die   Rat angehörte, danach juristischer
        Aufgabe des Vereins bestand darin,   Spezial ablösungskommissar.
        mit statistischen Erhebungen zur Be-
        völkerung und Wirtscha*  die Regie-  1841 übernahm Hermann die Be-
        rung zu unterstützen. Unter Leitung   wirtscha* ung seiner Rittergüter. Er
        von Finanzminister Heinrich Anton   ließ in Weidlitz das neue Herrenhaus
        von Zeschau arbeitete Hermann hier   errichten und den umgebenden Park
        beispielsweise mit J]q?>> G]^^-     erweitern. In Pannewitz wurde der
        €@K=| N?‚= zusammen. Nach seiner    Wirtscha* shof ausgebaut.
        Promotion 1835 in Leipzig über das
        sächsische „Gesetz über Zusammen-   Auch in der Oberlausitz setzte sich
        legung der Grundstücke“ (vom 14.    Hermann für Fortschritte in der
        Juni 1834) ließ er sich in Dresden als   Landwirtscha*  ein. Er leitete ab 1843
        Anwalt nieder.                      den landwirtscha* lichen Bezirks-

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