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Hempel, Walther Matthias


        Professor, Chemiker, Rektor der Technischen Hochschule Dresden
        05.05.1851 Pulsnitz – 01.12.1916 Dresden

        V: Eduard (*1810, †4.12.1872 München), Kaufmann; M: Marie Wilhelmine geb. Jauch (1826–
        1888), Dresdner Kaufmannstochter aus einer Pulsnitzer Bandhändlerfamilie; G: Georg Eduard
        (*17.4.1847 Pulsnitz, †11.10.1904 Ohorn, Stadtverordnetenvorsteher in Pulsnitz, Landtags-
        und Reichstagsabgeordneter der Deutschkonservativen Partei, bedeutender Kakteensammler,
        Vizepräsident der Handelskammer Zittau), Johannes Wilhelm (1849–1865), Carl Constantin
        (1853–1911); E: 1883 Louisa Delia geb. Monks  (*5.11.1848 Boston, †9.12.1939), Tochter eines
        irischstämmigen Geschä* smanns und der Malerin Delia Smith Hatton (zuletzt in Dresden),
        Schwester von George Howard Monks (1883 Er% nder von Halma, Medizinprofessor in Harvard)
        und des Malers Robert Hatton Monks (beide in den 1880er Jahren in Europa, darunter in Dres-
        den bzw. Paris); K: Robert (1883–1959), Eberhard (*30.7.1886 Dresden, †16.9.1967 Dresden,
        Kunsthistoriker, Professor in Graz und Dresden), Elisabeth Susanne (1888–1969, Übersetzerin),
        Georg Arthur (1893–1914)

        Hempel zog mit seinen Eltern früh
        nach Dresden. Ab 1856 baute der
        Vater in der Ammonstraße drei Häu-
        ser. Im zweiten Haus, der damaligen
        Ammonstraße 4, richtete die sächsi-
        sche Staatsregierung 1860 für E@>X^
        RK=^X`q=_ eine Dienstwohnung mit
        Atelier ein. Walther Hempel besuch-
        te in Dresden die Annenschule und
        legte 1867 das Abitur ab. Danach stu-  Die erste Bandweberei in Pulsnitz
        dierte er bis 1870 Chemie am Dresd-  wurde 1767 von Walthers Urgroß-
        ner Polytechnikum bei Hugo Fleck.   vater Christoph Hempel gegründet.
                                            Dessen Witwe und ihr Sohn Fried-
        Am Deutsch-Französischen Krieg      rich August Hempel sen. führten die
        nahm Hempel als Freiwilliger in ei-  Fabrik unter dem Namen „Chris-
        nem Artillerieregiment teil, mit dem   toph Hempels Witwe und Sohn“
        er sich an der Belagerung von Paris   weiter. Walthers Vater Eduard zog
        beteiligte. Nach dem Krieg setzte er   sich früh aus dem Familiengeschä+
        sein Studium in Berlin fort. Hem-   zurück. Die Pulsnitzer Fabrik wurde
        pel zog abweichend vom damaligen    von Walthers Onkel Friedrich Au-
        Trend die anorganische Chemie der   gust Hempel jun., später von Wal-
        organischen vor. Von 1872 bis 1873   thers Bruder Georg geführt. Sie war
        studierte er in Heidelberg bei Robert   im 19. Jahrhundert das erfolgreichs-
        Bunsen, bei dem er auch promovierte.  te Unternehmen der Stadt.

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