Page 147 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
P. 147
Heller, Woldemar
Musiklehrer, Pianist und Komponist
24.11.1814 Großdrebnitz – 18.02.1856 Dresden
V: August Wilhelm (*1786 in Roßwein als Sohn des Lehrers an der Mädchenschule Johann
Christoph Heller, †1838 Wilschdorf), 1808 Absolvent des Lehrerseminars in Dresden-Fried-
richstadt, Lehrer in Großdrebnitz und Wilschdorf; M: Johanne Christiane Friederike geb.
Schmidt (* in Dresden, Tochter des Händlers Carl Schmidt, † Februar 1856 Dresden); G: Robert
(*24.11.1812 Großdrebnitz, †7.5.1871 Hamburg, Dr., Schri* steller und Journalist in Leipzig,
Frankfurt/M. und Hamburg), Julius (*14.7.1816 Großdrebnitz), Minna (*17.11.1822 Großdreb-
nitz, verh. Fiala)
Die Familie Heller war bis 1823 jedoch nicht ohne Talent sein und
in Großdrebnitz ansässig und zog schon ziemlich viel Geschick in Be-
danach in das nahe Wilschdorf. handlung und Ausführung des Sto+ s
Woldemar Heller absolvierte von zeigen“, und die Zeitschri* für Musik
1832 bis 1836 das Lehrerseminar in unter dem Chefredakteur Robert
Dresden-Friedrichstadt unter Christi- Schumann lobte in Hellers Kompo-
an Traugott Otto. Der spätere Hofor- sitionen „gesunde Natürlichkeit und
ganist und J]q?>>=X P?`q=-Lehrer freundlichen Sinn“. Zwischenzeitlich
/ eodor Berthold gehörte zu seinen war Heller vermutlich Lehrer am
Mitschülern. Ein von Heller kompo- Großherzoglichen Fräulein-Institut
nierter Wechselgesang wurde von den der Amalie Jung in Mannheim.
Schülern anlässlich der Abgangsfeier
vorgetragen. In Leipzig nahm Hel- Seit seinem Zuzug um 1840 gehörte
ler danach Unterricht bei Friedrich Heller zu den führenden Klavierleh-
Wieck. Der führte ein Leihinstitut für rern Dresdens. Er unterrichtete von
Musikalien und Pianofortes und lehr- 1841 bis 1848 als freier Mitarbeiter
te Klavierspiel. Seine Tochter Clara an der Schule von Karl Justus Bloch-
war Wiecks berühmteste Schülerin. mann, wo der Maler Ernst Ferdinand
Woldemars Bruder R]{=@^ H=__=@ Oehme zu seinen Kollegen gehörte,
begann seinerzeit in Leipzig eine sowie als Privatlehrer unter anderem
Karriere als Schri* steller. Woldemar von Marie Wieck, einer Halbschwes-
Hellers frühe Kompositionen wur- ter der berühmten Clara Wieck-Schu-
den im Winterhalbjahr 1839/1840 in mann, die ebenfalls Pianistin wurde.
Leipzig im Musikverein Euterpe auf- 1843 debütierte Marie bei einem Kon-
geführt. Die Allgemeine musikalische zert von Clara in Dresden, 1844 gab
Zeitung schrieb darüber: „der Kom- sie ihr Solodebüt in Bischofswerda.
ponist der Ouverture ist uns gänzlich Auch Bernhard Rollfuß, später Besit-
unbekannt, seine Komposizion soll zer einer Dresdner Musikschule, und
147

