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Heller, Woldemar


        Musiklehrer, Pianist und Komponist
        24.11.1814 Großdrebnitz – 18.02.1856 Dresden

        V: August Wilhelm (*1786 in Roßwein als Sohn des Lehrers an der Mädchenschule Johann
        Christoph Heller, †1838 Wilschdorf), 1808 Absolvent des Lehrerseminars in Dresden-Fried-
        richstadt, Lehrer in Großdrebnitz und Wilschdorf; M: Johanne Christiane Friederike geb.
        Schmidt (* in Dresden, Tochter des Händlers Carl Schmidt, † Februar 1856 Dresden); G: Robert
        (*24.11.1812 Großdrebnitz, †7.5.1871 Hamburg, Dr., Schri* steller und Journalist in Leipzig,
        Frankfurt/M. und Hamburg), Julius (*14.7.1816 Großdrebnitz), Minna (*17.11.1822 Großdreb-
        nitz, verh. Fiala)

        Die Familie Heller war bis 1823     jedoch nicht ohne Talent sein und
        in Großdrebnitz ansässig und zog    schon ziemlich viel Geschick in Be-
        danach in das nahe Wilschdorf.      handlung und Ausführung des Sto+ s
        Woldemar Heller absolvierte von     zeigen“, und die Zeitschri*  für Musik
        1832 bis 1836 das Lehrerseminar in   unter dem Chefredakteur Robert
        Dresden-Friedrichstadt unter Christi-  Schumann lobte in Hellers Kompo-
        an Traugott Otto. Der spätere Hofor-  sitionen „gesunde Natürlichkeit und
        ganist und J]q?>>=X P?`q=-Lehrer    freundlichen Sinn“. Zwischenzeitlich
        /  eodor Berthold gehörte zu seinen   war Heller vermutlich Lehrer am
        Mitschülern. Ein von Heller kompo-  Großherzoglichen Fräulein-Institut
        nierter Wechselgesang wurde von den  der Amalie Jung in Mannheim.
        Schülern anlässlich der Abgangsfeier
        vorgetragen. In Leipzig nahm Hel-   Seit seinem Zuzug um 1840 gehörte
        ler danach Unterricht bei Friedrich   Heller zu den führenden Klavierleh-
        Wieck. Der führte ein Leihinstitut für   rern Dresdens. Er unterrichtete von
        Musikalien und Pianofortes und lehr-  1841 bis 1848 als freier Mitarbeiter
        te Klavierspiel. Seine Tochter Clara   an der Schule von Karl Justus Bloch-
        war Wiecks berühmteste Schülerin.   mann, wo der Maler Ernst Ferdinand
        Woldemars Bruder R]{=@^ H=__=@      Oehme zu seinen Kollegen gehörte,
        begann seinerzeit in Leipzig eine   sowie als Privatlehrer unter anderem
        Karriere als Schri* steller. Woldemar   von Marie Wieck, einer Halbschwes-
        Hellers frühe Kompositionen wur-    ter der berühmten Clara Wieck-Schu-
        den im Winterhalbjahr 1839/1840 in   mann, die ebenfalls Pianistin wurde.
        Leipzig im Musikverein Euterpe auf-  1843 debütierte Marie bei einem Kon-
        geführt. Die Allgemeine musikalische   zert von Clara in Dresden, 1844 gab
        Zeitung schrieb darüber: „der Kom-  sie ihr Solodebüt in Bischofswerda.
        ponist der Ouverture ist uns gänzlich   Auch Bernhard Rollfuß, später Besit-
        unbekannt, seine Komposizion soll   zer einer Dresdner Musikschule, und

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