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derts. Seine Werke, die mehrheitlich Informations- und Kommunikati-
während der Leipziger Jahre ent- onsmittelpunkt. In den „Novellen aus
standen sind, als die Schri* stellerei dem Süden“ von 1841 verarbeitete
entscheidend zu seinem Lebensun- er seine Italien reise. Es folgte „Eine
terhalt beitragen musste, zeugen von neue Welt“, worin der Autor das
einem umfangreichen historischen seinerzeit immer populärer werdende
Wissen. Sie waren angesehen wegen Amerika thematisierte. Internatio-
ihres Spannungs- und Er% ndungs- nal bekannt wurde „Der Prinz von
reichtums sowie ihrer erzählerischen Oranien“ von 1843 über Wilhelm I.
Ästhetik und erreichten Leser, die von Oranien, den die zeitgenössische
sich von Literatur gleichermaßen Un- Kritik als „lebensvolles Gemälde aus
terhaltung und Bildung erwarteten. dem niederländischen Freiheitskrieg“
Vielfach erschienen sie in mehreren gegen Spanien bezeichnete. Es betraf
Bänden bzw. als Buchserie. In sei- jene Zeit im 16. Jahrhundert, als
nem ersten bekannten Roman, „Der die Familie S^`q?@|^ Flandern
Wende“ von 1837, erzählte Heller verließ und nach Sachsen kam. Der
aus der Zeit der deutschen Ostsied- Roman „Die Kaiserlichen in Sach-
lung die % ktive Liebesgeschichte vom sen“ von 1845 befasste sich mit dem
Sohn eines sächsischen Markgrafen, Siebenjährigen Krieg von 1756 bis
der in der Gefangenscha* des Wen- 1763. Hervorhebenswert ist, dass erst
denherzogs Boguslav in der Nähe mit Hellers gleichnamigen Roman
von Bautzen dessen Tochter kennen- von 1848 das ö+ entliche Interesse am
lernte. Im selben Jahr erschien der Bauernführer Florian Geyer erwachte.
erste Teil einer dreibändigen Novel- 1859 schrieb Heller während seiner
lensammlung. Wiederum stand eine Hamburger Zeit „Das Geheimnis
Liebesgeschichte vor einem histori- der Mutter“, entstanden anlässlich
schen Hintergrund im Mittelpunkt; eines Besuchs bei Heinrich Laube,
sie handelte von einem Römer und inzwischen künstlerischer Leiter
einer Jüdin während der „Eroberung des Burgtheaters in Wien, und der
von Jerusalem“ durch Kaiser Titus. österreichischen Aristokratie gewid-
„Der Schleichhändler“ von 1838 met. In „Hohe Freunde“ (1862), einer
behandelte auch Elektoralschafe. In Novelle aus dem klassischen Weimar,
Rennersdorf bei Stolpen, zwischen schilderte der Autor den positiven
Großdrebnitz und Wilschdorf gele- Ein# uss Goethes auf Herzog Carl Au-
gen, befand sich zu jener Zeit die von gust. Auch dieses Werk beurteilte die
J]q?>> G]^^@K=| N?= geleitete Kritik seinerzeit sehr wohlwollend. In
sächsische Stammzuchtstelle. In „Das „Primadonna“ (1871) wurde die Zeit
schwarze Bret“ erinnerte sich Heller von Kurfürst Johann Georg III. von
an sein Studium in Leipzig und die Sachsen lebendig. Hellers Novellen
Funktion der schwarzen Bretter als und Erzählungen fanden wiederholt
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