Page 140 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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Leipzig als Notar gemeldet, er wid- 1842 in Leipzig den Literatenverein.
mete sich aber bald ausschließlich der Bei Innenminister E|T?@| G]^^-
Schri* stellerei. Seit dem Studium war _]{ <]> N]X^K^ T>| J>=>|]@
er mit Robert Schmieder befreundet, intervenierten sie vergeblich für
der die Abendzeitung ab 1843 heraus- Erleichterungen bei der Zensur. Auch
gab. In Leipzig hatte er vermutlich mit für eine verbesserte Gewährleistung
seinem Bruder W]_|=~?@ H=__=@ von Urheberrechten setzten sie sich
Kontakt zu dem musikalischen Kreis ein. Der 1848 bei Wien hingerichtete
um Friedrich Wieck. In den 1830er Blum sah Heller immer skeptisch – er
Jahren promovierte Robert Heller war ihm zu konservativ. Noch 1843
zum Dr. phil. beklagte sich jener bei Schmieder
über die „Tyrannis der Gesinnungs-
Der eigentlich eher unpolitische menschen“ und ihren Liberalismus.
Heller kam um 1840 in Leipzig mit
Heinrich Laube zusammen, dem er In Leipzig nahm Heller als Autor und
zeitlebens freundscha* lich verbunden Herausgeber mehrerer Zeitungen,
blieb. So fand er Anschluss an die li- Zeitschri* en und Taschenbücher
terarische Bewegung liberaler Dichter führend am literarischen Leben teil.
des Vormärz „Junges Deutschland“. Er schrieb für die von Karl Her-
1840 beteiligte sich Dr. Robert Heller loßsohn herausgegebene Zeitschri*
an „Gutenbergs-Album“ von Johann „Der Komet“, die zu den ein# uss-
Heinrich Meyer aus Braunschweig reichsten Blättern des Vormärz zählte,
zur 400-Jahr-Feier der Er% ndung 1835 einen kritischen Beitrag über
des Buchdrucks. Heller verglich den Heinrich Heine. 1838 gründete er
Buchdruck mit der seinerzeit aufstre- als Ergänzung zum gleichnamigen
benden Eisenbahn und schrieb: „So Taschenbuch die Zeitschri* „Rosen“,
hoch wir den Geist über den Leib die bei Friedrich August Leo sechs
stellen, so hoch müssen wir den deut- mal wöchentlich erschien und in der
schen Gutenberg über den Schotten Neuigkeiten aus Literatur und Kunst
Watt stellen: denn die Buchdrucker- besprochen wurden. Diese Zeitschri*
kunst ist die Eisenbahn des Gedan- spielte vermutlich eine wesentliche
kens.“ Ab 1840 bereitete er mit Robert Rolle, dass sich Heller als Schri* stel-
Blum und Gustav Kühne die Grün- ler etablieren konnte, da er durch sie
dung des Leipziger „Schiller-Vereins“ regelmäßige Einnahmen erzielte. Als
vor, die 1842 erfolgte. Später hielt er Herausgeber der „Rosen“ hatte er
hier mehrfach Vorträge. Mit Laube einen entscheidenden Anteil am Be-
hatte Heller Kontakt zu deutschen ginn der schri* stellerischen Lau& ahn
Schri* stellern, die sich zwischen 1833 von Friedrich Gerstäcker, indem er
und 1845 im Schweizer Exil au iel- die von dessen Mutter eingereichten
ten. Mit Robert Blum gründete er Tagebuchaufzeichnungen aus Ame-
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