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Nach der Heirat mit Prinzessin Judi-
tha, Vratislavs Tochter, im Jahre 1084
erhielt Wiprecht die Gaue Budissin
(die spätere Oberlausitz entlang der
Spree um Bautzen) und Nisan (Elbtal
um Dresden) in der Markgrafscha*
Meißen. Die Grenze zwischen Nisan
und Budissin verlief westlich von Stol-
pen. Die Oberlausitz wurde dadurch
zu einem von Meißen weitgehend
unabhängigen Territorium im Drei-
ländereck mit Polen und Böhmen.
Mit der Unterstützung Wiprechts
erlangte Vratislav 1086 den böhmi-
schen Königsthron. Dies geschah
vor dem Hintergrund eines weiter
schwelenden Kon# ikts um die Mark
Meißen, wo sich Egbert II. im Bunde
mit den Sachsen erneut festgesetzt
hatte und drohte, ein gefährlicher
Feind des Kaisers zu werden. Vra-
tislav holte sich das ihm verliehene
Der heilige Benno missioniert die Land zunächst zurück. Auch Bischof
Sorben, Stefano Torelli, Ho irche Benno von Meißen, der sich nach
Dresden; zu dem zwischen 1066 und seiner zwischenzeitlichen Absetzung
1106 amtierenden Bischof Benno durch Heinrich IV. dem vom Kaiser
p/ egte Wiprecht ein gutes Verhält- eingesetzten Gegenpapst Clemens III.
nis, obwohl sie während des Inves- unterworfen hatte, wurde in den Kon-
titurstreits auf unterschiedlichen # ikt hineingezogen. Benno gewährte
Seiten standen und Benno zeitweise dem heiligen Beneda aus Böhmen
seines Amtes enthoben war. So Zu# ucht, nachdem Wiprecht dessen
beteiligte sich jener an der Exkom- Bitte um Fürsprache bei Vratislav ab-
munikation von König Heinrich IV. gelehnt hatte. Im Jahre 1088 ließ Vra-
und der Einsetzung des Gegenkö- tislav Beneda in Meißen ermorden.
nigs. Als Bischof von Meißen war Weil Egbert von Meißen nicht aufgab,
Benno auch für Wiprechts Besitz in verlor Vratislav 1089 nach Entscheid
Nisan und Budissin zuständig, Teile des Fürstengerichts Regensburg die
des Landes dazwischen besaß das Mark Meißen endgültig. Egbert selbst
Hochsti+ Meißen unter Benno. wurden alle Besitzungen entzogen,
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