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Durch Heirat war Wiprecht von Groitzsch mit den Wettinern verwandt, die
ihrerseits aber den mächtigen (alt)-sächsischen Fürsten aus der antikaiserli-
chen Opposition näherstanden.
burg verurteilten ihn zum Tode. Der des Vaters. Der musste aber Groitzsch
Sohn rettete den Vater durch Überga- und Leisnig erneut erobern, nachdem
be von Groitzsch und anderer Besit- 1116 sein Sohn Wiprecht d.J. gestor-
zungen an den Kaiser. Danach muss- ben war. Mit dem Kaiser söhnte er
ten sich Wiprechts Söhne einige Zeit sich danach wieder aus, Budissin und
als Raubritter durchs Leben schlagen. Nisan erhielt er um 1118 zurück. In
Wiprecht wurde auf der Reichsfeste den Besitz der ihm zugesprochenen
Trifels in Ha* genommen. Der Kaiser Mark Niederlausitz gelangte er gegen
hatte gegen die sächsischen und thü- Markgraf Heinrich II. jedoch nicht.
ringischen Fürsten gesiegt. Als er aber Rückhalt gewährten ihm Erzbischof
anlässlich seiner Vermählung 1114 Adelgot von Magdeburg, ein Sohn
Ludwig von / üringen festnehmen von Wiprechts Schwester Gisela, des-
ließ, bildete sich ein neues Bündnis, sen Einsetzung Wiprecht seinerzeit
dem sich auch Wiprechts Söhne erfolgreich betrieben hatte, und auch
anschlossen. Wiprecht der Jüngere Adelgots Nachfolger ab 1119, Rüdiger
erschlug Hoyer am 11. Februar 1115 von Veltheim. So erhielt Wiprecht die
in der Schlacht am Welfsholz. Hein- Burggrafscha* Magdeburg und die
rich V. verlor mit dieser Niederlage Vogtei über das Kloster zum Neuen
erheblich an Ein# uss. Im weiteren Werke in Halle. 1121 war es vermut-
Verlauf eroberten Wiprechts Söhne lich Heinrich V., der an der Grenze
Groitzsch und erzwangen mit der Be- zwischen Nisan und Budissin in
lagerung Naumburgs die Freilassung Stolpen eine Burg bauen ließ.
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