Page 131 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
P. 131

zusammen mit Bořivoj 1110 in Hein-
        richs Gefangenscha*  und konnte erst
        1112 gegen Abtretung von Budissin
        und Nisan und weiterer Besitztümer
        befreit werden, mit denen Heinrich V.
        seinen engen Gefolgsmann Hoyer von
        Mansfeld, den er als Gegenkra*  zu
        den aufrührerischen Sachsen au&  au-
        en wollte, belehnte. Der Vater Wi-
        precht trat nun o+ en gegen Heinrich
        V., seit 1111 Kaiser, auf. Der konnte
        aber Wiprecht den Jüngeren auf seine
        Seite ziehen, der sogar half, 1113
        seinen Vater in Groitzsch zu belagern.
        Nachdem dies fehlgeschlagen war
        und der Kaiser darau—  in ihm die ver-  Wiprechts Herrscha+  Groitzsch lag
        sprochene Belehnung mit Naumburg    an der Grenze der Marken Zeitz und
        verweigerte, stellte er sich wieder an   Merseburg. Die Mark Meißen grenz-
        die Seite des Vaters.               te im Süden an Böhmen, im Osten
                                            an Polen und im Norden an die
        Im Zusammenhang mit Erfolgestrei-   Niederlausitz (oben: F. W. Putzger‘s
        tigkeiten brachen neue Kon# ikte der   historischer Schul-Atlas, 1877). Zu
        sächsischen Fürsten mit dem Kaiser-  Beginn von Wiprechts Herrscha+
        haus aus, zudem war der Kaiser vom   war dieses Territorium vorwiegend
        Papst gebannt, weil auch Heinrich V.   von Sorben, z. B. um Bautzen und
        auf seinem Investiturrecht bestand.   entlang der Elbe, besiedelt (s. un-
        Während eines Gefechts in Warnstädt   ten). Bis 1300 verzehnfachte sich die
        im Jahre 1113 % el Wiprecht, auf säch-  Bevölkerung. Wiprecht beherrschte
        sischer Seite kämpfend, verwundet   nicht das ganze Gebiet um Bautzen.
        in die Gewalt des Grafen Hoyer von   Teile davon gehörten dem Bischof
        Mansfeld. Die Reichsstände in Würz-  von Meißen (Benno).

                                                                 Schulatlas von
                                                              Lange u. Diercke.












                                                                           131
   126   127   128   129   130   131   132   133   134   135   136