Oberlausitzer Biografien (Auswahl)

Biram, Arthur

Biram Dresden

Arthur Biram gründete in Haifa eine Schule und gilt als einer der Gründerväter des jüdischen Staates. Geboren worden war er 1878 in Bischofswerda. Während seines Studiums in Berlin engagierte er sich in zionistischen Studentenvereinen. Er ließ sich zum Rabbi ausbilden, lehrte Hebräisch und als Direktor in Haifa verfolgte er einen ganzheitlichen Bildungsansatz. Klassische Sprachen, Landwirtschaft und Sport bildeten bei ihm eine Einheit. Er stand mit David Ben-Gurion und auch mit Albert Einstein in Verbindung. Ezer Weizmann war sein Schüler. Für seine Verdienste wurde Arthur Biram mit der Ehrenbürgerschaft Haifas und dem Israel-Preis ausgezeichnet. Das Grab seiner Großeltern in Dresden erinnert noch heute an das Wirken der Birams in Sachsen.

Boleslaw I Chrobry

Breslau

Der erste König von Polen ist eng mit der urkundlichen Ersterwähnung von Bautzen im Jahre 1002 verbunden. Ein Denkmal in Breslau an der Schweidnitzer Straße erinnert an ihn. Er spielte seinerzeit nicht nur eine bedeutende Rolle bei der Herausbildung eines polnischen Nationalstaates und einer polnischen Nationalkirche, sein Einfluss reichte bis in die Mark Meißen und nach Böhmen. Von 1002 bis 1004 sowie von 1007 bis 1025 herrschte Boleslaw I Chrobry in der Oberlausitz.

Giese, Ernst

Lutherkirche Dresden

Ernst Giese war ein Architekt der Neorenaissance in der Tradition von Gottfried Semper. Die Lutherkirche Dresden gehörte neben dem Hauptbahnhof und dem Düsseldorfer Stadttheater zu seinen bedeutendsten Bauten. Geboren worden war Ernst Giese 1832 in Bautzen, wo er später das Gewandhaus errichtete.

Nostitz und Jänkendorf, Gottlob Adolf Ernst von

Rittergut See

Die Familie von Nostitz gehörte zu den ältesten Oberlausitzer Adelsgeschlechtern. Der Zweig von Nostitz und Jänkendorf bildete sich um 1600. Gottlob Adolf Ernst von Nostitz und Jänkendorf wurde 1765 auf dem Familiengut See geboren. Nach dem frühen Tod des Vaters verkaufte er es jedoch bereits 1791. Stammsitz der Familie war das Rittergut Oppach.

Nachdem Nostitz mehrere verantwortungsvolle Positionen in der Oberlausitz ausgefüllt hatte, ging er 1807 als Oberkonsistorialpräsident nach Dresden, 1809 wurde er Konferenzminister. Er war eine äußerst vielschichtige Persönlichkeit. Gottlob Adolf Ernst von Nostitz und Jänkendorf war Präsident der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften, ein führender Freimaurer und ein anerkannter Hobbydichter. In den von ihm federführend mit organisierten Dresdner Vereinen kamen Vertreter von Bürgertum und Adel zusammen, und er war schon seit seinen frühen Jahren karitativ tätig. Nostitz gehörte zu jenen Ministern, die 1830 König Anton den Gütigen veranlassten, Friedrich August II. als Mitregenten einzusetzen, um die Unruhen in Sachsen zu befrieden. Als Vorsitzender des Geheimen Rats war er an der Ausarbeitung der ersten sächsischen Verfassung beteiligt, nach der 1831 eine konstitutionelle Monarchie eingeführt wurde. Nostitz zeichnete die Verfassung gegen und stand dem neu gegründeten Staatsrat vor.

Stöckhardt, Gerhard Heinrich Jacobjan

Dom St. Petri Bautzen

Gerhard Heinrich Jacobjan Stöckhardt entstammte einer Familie, die im 16. Jahrhundert aus religiösen Gründen aus Flandern vertrieben worden war. Ein Urgroßvater gründete im späten 17. Jahrhundert als Pfarrer den Putzkauer Zweig der Familie, dessen Bruder den Lauterbacher Zweig. Die Stöckhardts haben sich über Generationen große Verdienste um das geistliche Leben, aber auch um Wissenschaft und Wohlfahrt in Sachsen und darüber hinaus erworben.

Gerhard Heinrich Jacobjan Stöckhardt wurde 1804 als Pastor Secundarius und Mittagsprediger an den Dom St. Petri in Bautzen berufen, wo er bis zu seinem Tod im Jahre 1830 tätig blieb. Stöckhardt war Meister vom Stuhl der Bautzener Freimaurer-Loge, Mitglied der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften und insbesondere für seine Italienisch-Kenntnisse bekannt. Er übersetzte, schrieb eine Sprachlehre und gab ein Wörterbuch heraus.

Unterdörfer, Gottfried

Kraniche Uhyst

Mit dem Dichterförster in Uhyst/Spree verbanden Frank Fiedler viele persönliche Erinnerungen. Unterdörfers Engagement für den Naturschutz, die Bewahrung der Heimat, aber auch die Vermittlung ethischer Werte strahlten weit über die Oberlausitz hinaus.

Zu Unterdörfers Lebzeiten erschienen 10 Bücher in zum Teil mehreren Auflagen. Sie waren in der DDR nur schwer zu erhalten und für innige Naturverbundenheit, die poetische Beschreibung der Oberlausitzer Heimat und die Liebe zu deren Menschen, aber auch die Vermittlung christlicher Werte bekannt. In seinem Nachlasswerk "Ich möchte einen Kranich sehen" (2001) wird der Reichtum innerer Werte besonders deutlich. Gottfried Unterdörfer beschrieb darin auch sein Bemühen, die beeindruckende Vögel zu beobachten. Später waren sie regelmäßg in der Nähe von seinem ehemaligen Forsthaus zu sehen (Foto 2015).