Der langjährige Gemeindevorstand Ernst Gnauck vor dem Erbgericht Kleindrebnitz (vor 1900)
Verbreitung des Namens Gnauck
| Unter www.verwandt.de wurden per 1.10.2008 für Deutschland 483 Telefonbucheinträge zum Namen Gnauck angegeben, woraus auf ca. 1288 Personen mit diesem Namen geschlossen wurde. Der Name Gnauck ist also relativ selten. Zentrum der Verbreitung mit knapp einem Viertel der Personen ist der kleine Raum Bautzen. Der verwandte Name Nauck (von naucken: nicken, schlummern) ist ähnlich selten. Die ca. 485 Personen dieses Namens konzentrieren sich vorrangig auf einen Raum südöstlich von Berlin (Quelle: www.verwandt.de). | |
| In der Datenbank der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage finden sich 549 Datensätze mit einem Namensträger Gnauck und einer Ortsangabe für Deutschland, 406 davon beziehen sich auf Bischofswerda und Dörfer innerhalb eines Umkreises mit einem Radius von 5 km (Goldbach, Schönbrunn, Klein- und Großdrebnitz, Geißmannsdorf, Schmölln, Weickersdorf, Belmsdorf, Pickau; teilweise in abgewandelter Schreibweise). | |
Die Erbrichter in der Umgebung von Bischofswerda
Zitate aus dem Artikel von Roland Paeßler in: Mathias Hüsni (Hrsg.), Schiebocker Landstreicher (ISSN 1866-7872), H. 3, Burkau 2008, S. 8-16; aus mehreren unveröffentlichten Texten des Autors zusammengestellt und bearbeitet von Dr. Uwe Fiedler
1. Historischer Hintergrund"Die Wurzeln vieler Erbrichterfamilien lassen sich bis in die Zeit der um 1100 einsetzenden deutschen Ostbesiedelung zurückverfolgen. Die Ortsgründung wurde vom Grundherren vielfach den Führern der ankommenden Bauerntrecks übertragen, sog. Lokatoren, die als Dorfoberhaupt wirkten, weitere Siedler anwarben, das Land aufteilten und später bei der weiteren Landverteilung und bei der Abgabenlast bevorzugt wurden."
2. Besondere Bedeutung der Erbrichter in den Stolpener Amtsdörfern
"Die Bedeutung der Erbrichter in den ehemaligen Stolpener Amtsdörfern ist deshalb besonders herauszustellen, weil diese Ortschaften keiner dort ansässigen Feudalherrschaft unterstanden ...."
Der Autor weist außerdem nach, dass der Familienname Gnauck entgegen anderer Interpretationen eindeutig deutschen Ursprungs ist. Er lässt sich auf GNAUCKEN, nach dem Deutschen Wörterbuch der Gebrüder Jacob und Wilhelm Grimm aus dem Unterfränkischen für "bejahend nicken bzw. beim Einschlafen im Sitzen den Kopf sinken lassen", zurückführen.
Untersuchung zur Verbreitung des Namens Gnauck zwischen Osterzgebirge und Görlitz, zwischen Hoyerswerda und der tschechischen Grenze: Anhand einer 2001 durchgeführten Untersuchung von Telefonbucheinträgen für Ostsachsen ergab sich, "dass 45% der insgesamt 313 Einträge Gnauck bzw. Gnauk auf ein Gebiet im Umkreis von 12 km um Bischofswerda entfielen, 20% allein auf Bischofswerda einschließlich der eingemeindeten Ortsteile." br> Die nochmalige Konzentration innerhalb des bekannten engen Verbreitungsraums (s. o.), bei einer insgesamt niedrigen Absolutzahl, ist höchstwahrscheinlich auf die Nachkommenschaft von einem der früheren Einwanderer aus Franken zurückzuführen. Dies wird zusätzlich durch die Ausübung des Erbrichteramtes durch die Familie Gnauck über Generationen gestützt.

