Page 92 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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Verbesserung fähig und bedür* ig“.
                                            So führte er im Latein-Unterricht
                                            das Experiment ein, dass sich die
                                            Schüler zunächst gegenseitig zensier-
                                            ten, ehe er die Arbeiten bewertete.
                                            Die Einführung von Abiturprüfun-
                                            gen als Gymnasialabschluss, wie sie
                                            unter maßgeblicher Mitwirkung von
                                            Gedikes Bruder Friedrich 1788 in
                                            Preußen schon erfolgt war und von
                                            Ludwig Gedike auch für Bautzen vor-
                                            geschlagen wurde, erfolgte erst nach
                                            dessen Weggang aus Bautzen mit
        Gedikes Vorgänger als Direktor des   Ratsbeschluss vom 19. Juli 1821 unter
        Bautzener Gymnasiums war K<\       seinem Nachfolger K?@_ G]^^€@K=|
        A=[=€@ B‹@@][X<. Auf Gedike         SK={=_KX.
        folgte K<\ G?@@…<]X{ S]XqX\]€.
                                            Gedike war in seiner Bautzener
        naturwissenscha* licher Kenntnisse,   Zeit Mitglied der Oberlausitzischen
        und auch Abgänger in die beru# iche   Gesellscha*  der Wissenscha* en. Er
        Praxis, zum Beispiel in die Landwirt-  wird in der „Lausizischen Monats-
        scha* , sollten gute Voraussetzungen   schri* “ von 1793 u. a. gemeinsam mit
        erwerben. Ein weiteres Ziel Gedi-   K?@_ AT[TX^ B^^K[=@, AT[TX^
        kes bestand darin, an seiner Schule   G]^^_K={ M=KXX>=@ und G]^^_]{
        geeignete Schüler für eine Tätigkeit   A|]_€ E@>X^ <]> N]X^K^™ T>|
        als Volksschullehrer vorzubereiten.   Jš>‚=>|]@€ genannt. Gedike schrieb
        Er richtete in Bautzen vorbildha*  für   auch Aufsätze für diese Zeitschri* ,
        Sachsen ein Lehrerseminar ein, um   so „Vorlesungen gehalten am letzten
        die Qualität der Schulausbildung zu   Dez. 1801 in einem gesellscha* lichen
        erhöhen. Zu Gedikes bekanntesten    Kreise“ (1802).
        Schülern in Bautzen gehörte neben
        dem späteren Landwirtscha* srefor-  Der Förderung der Bildung des
        mer H=K>@K`q AT[TX^ B_]`q~?>>       aufstrebenden Bautzener Bürgertums
        auch dessen Bruder Karl Justus Bloch-  galt 1802 auch die Gründung der
        mann, Pädagoge bei Johann Heinrich   Freimaurer-Loge „Zur goldenen Mau-
        Pestalozzi und 1824 Begründer des   er“. Gedike als Sti* er war gleichzeitig
        Blochmann‘schen Instituts in Dres-  ihr erster Meister vom Stuhl. Die
        den. Sein Credo beschrieb Gedike    Loge gehörte der National-Mutterloge
        1797: „Das Schul- und Erziehungs-   „Zu den drei Weltkugeln“ an, bei der
        wesen ist einer immer fortgehenden   Ludwigs Bruder Friedrich Gedike

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