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für Zoologie) zu Populationsstudien untersuchte er die Säugetierfauna der
am Trauerschnäpper zu bearbeiten. Oberlausitz (z. B. Elch, Nerz, Mu+ el-
1953 erhielt Creutz eine Anstellung wild). Es entstand eine umfassende
als Wissenscha* licher Mitarbeiter der Dokumentation zum Niedergang
Vogelschutzwarte Seebach. Die Deut- der Fischotterpopulation und Creutz
sche Akademie der Landwirtscha* s- erwarb sich entscheidende Verdienste
wissenscha* en erteilte ihm im selben um erfolgreiche Schutzmaßnahmen
Jahr den Au* rag, die Vogelschutz- und Wiederbesiedelung. Außerdem
station Neschwitz im dortigen Alten konnte er zum Erhalt von Schloss und
Schloss zu gründen und zu leiten. Park Neschwitz beitragen. Von der
staatlich verfügten Schließung der
Als langjähriger Leiter führte Creutz Vogelschutzwarte 1971 war Creutz
die Vogelschutzstation Neschwitz zu tief getro+ en. Sie brachte ihn um sein
hohem Ansehen. Deren Vorläufer war Lebenswerk – die gesammelten Ma-
1930 vom Landesverein Sächsischer terialien wurden DDR-weit verteilt.
Heimatschutz auf Initiative von Ru- Vermutlich hatte eine Rolle gespielt,
dolf Zimmermann ins Leben gerufen dass Creutz als politisch unzuverläs-
und 1936 als Vogelschutzwarte staat- sig galt. Fragen von Vogelforschung
lich anerkannt worden. Sie ist eng mit und Vogelschutz hatten für ihn nie
dem Namen des Forstwissenscha* lers an Staatsgrenzen halt gemacht. In
Dr. Freiherr Arnold Vietingho+ - den letzten Arbeitsjahren bearbeitete
Riesch, ihrem ehemaligen Leiter, ver- er Forschungsprojekte im Au* rag
bunden. Zu ihren Aufgaben gehörten des Instituts für Forstwissenschaf-
unter Creutz die Vogelberingung, die ten Eberswalde – man befasste sich
Betreuung von Nistkästen, Nahrungs- staatlicherseits z. B. mit der Ansiede-
untersuchungen und die Bestimmung lung von Rebhühnern und Fasanen
von Siedlungsdichten. In Lehrgängen für privilegierte Jäger. Auch nach dem
wurde das Wissen an Generationen Ausscheiden aus dem Berufsleben
von Beringern weitergegeben. Die 1976 widmete er sich mit nimmermü-
Oberlausitzer Fischwirtscha* nutzte dem Engagement dem Naturschutz
Untersuchungsergebnisse zur Vogel- und führte Exkursionen durch.
abwehr zur Steigerung der Erträge.
Creutz war Autor bedeutender wis-
1964 wurde die Vogelschutzstation senscha* licher Bücher zur Vogelkun-
wieder in den Rang einer Vogel- de, z. B. zu Graureiher, Wasseramsel,
schutzwarte erhoben. Der Leiter der Weißstorch und zum Vogelzug.
Biologischen Zentralanstalt, Professor Besonders mit den in vielen Au# agen
Stubbe, ernannte Creutz zum Leiter erschienenen „Taschenbüchern zur
des Wildforschungsgebiets Milkwitz. heimischen Vogelfauna“ („Singvögel“,
Neben der Tätigkeit als Ornithologe „Raub- und Rabenvögel“, „Sumpf-
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