Page 68 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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für Zoologie) zu Populationsstudien   untersuchte er die Säugetierfauna der
        am Trauerschnäpper zu bearbeiten.   Oberlausitz (z. B. Elch, Nerz, Mu+ el-
        1953 erhielt Creutz eine Anstellung   wild). Es entstand eine umfassende
        als Wissenscha* licher Mitarbeiter der   Dokumentation zum Niedergang
        Vogelschutzwarte Seebach. Die Deut-  der Fischotterpopulation und Creutz
        sche Akademie der Landwirtscha* s-  erwarb sich entscheidende Verdienste
        wissenscha* en erteilte ihm im selben   um erfolgreiche Schutzmaßnahmen
        Jahr den Au* rag, die Vogelschutz-  und Wiederbesiedelung. Außerdem
        station Neschwitz im dortigen Alten   konnte er zum Erhalt von Schloss und
        Schloss zu gründen und zu leiten.   Park Neschwitz beitragen. Von der
                                            staatlich verfügten Schließung der
        Als langjähriger Leiter führte Creutz   Vogelschutzwarte 1971 war Creutz
        die Vogelschutzstation Neschwitz zu   tief getro+ en. Sie brachte ihn um sein
        hohem Ansehen. Deren Vorläufer war  Lebenswerk – die gesammelten Ma-
        1930 vom Landesverein Sächsischer   terialien wurden DDR-weit verteilt.
        Heimatschutz auf Initiative von Ru-  Vermutlich hatte eine Rolle gespielt,
        dolf Zimmermann ins Leben gerufen   dass Creutz als politisch unzuverläs-
        und 1936 als Vogelschutzwarte staat-  sig galt. Fragen von Vogelforschung
        lich anerkannt worden. Sie ist eng mit   und Vogelschutz hatten für ihn nie
        dem Namen des Forstwissenscha* lers  an Staatsgrenzen halt gemacht. In
        Dr. Freiherr Arnold Vietingho+ -    den letzten Arbeitsjahren bearbeitete
        Riesch, ihrem ehemaligen Leiter, ver-  er Forschungsprojekte im Au* rag
        bunden. Zu ihren Aufgaben gehörten   des Instituts für Forstwissenschaf-
        unter Creutz die Vogelberingung, die   ten Eberswalde – man befasste sich
        Betreuung von Nistkästen, Nahrungs-  staatlicherseits z. B. mit der Ansiede-
        untersuchungen und die Bestimmung   lung von Rebhühnern und Fasanen
        von Siedlungsdichten. In Lehrgängen   für privilegierte Jäger. Auch nach dem
        wurde das Wissen an Generationen    Ausscheiden aus dem Berufsleben
        von Beringern weitergegeben. Die    1976 widmete er sich mit nimmermü-
        Oberlausitzer Fischwirtscha*  nutzte   dem Engagement dem Naturschutz
        Untersuchungsergebnisse zur Vogel-  und führte Exkursionen durch.
        abwehr zur Steigerung der Erträge.
                                            Creutz war Autor bedeutender wis-
        1964 wurde die Vogelschutzstation   senscha* licher Bücher zur Vogelkun-
        wieder in den Rang einer Vogel-     de, z. B. zu Graureiher, Wasseramsel,
        schutzwarte erhoben. Der Leiter der   Weißstorch und zum Vogelzug.
        Biologischen Zentralanstalt, Professor  Besonders mit den in vielen Au# agen
        Stubbe, ernannte Creutz zum Leiter   erschienenen „Taschenbüchern zur
        des Wildforschungsgebiets Milkwitz.   heimischen Vogelfauna“ („Singvögel“,
        Neben der Tätigkeit als Ornithologe   „Raub- und Rabenvögel“, „Sumpf-

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