Page 67 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
P. 67
Creutz, Gerhard
Dr., Ornithologe in Neschwitz
16.03.1911 Copitz b. Pirna – 18.09.1993 Berchtesgaden
V: Georg, ab 1901 Inhaber eines Schreibwarengeschä* s mit Buchbinderei, ab 1910 mit einer
Buchdruckerei in Pirna; G: 2 ältere Brüder, 1 jüngere Schwester (Annemarie, *err. 1921); E: 1938
Lisette geb. Brünn (27.6.1913–15.6.1986); K: 3 Söhne, darunter Konrad (*1943 Dresden, Pfarrer
in Hinterhermsdorf, Saupsdorf und Sebnitz, Vorsitzender des Arbeitskreises Sächsische Schweiz
des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz, Mitglied im Gesamtvorstand für Naturschutz,
Heimatgeschichte und Denkmalp# ege), Christian (8.3.1946–11.2.2006)
Creutz besuchte in Copitz und Pirna Pillnitz zu betreuen, nachdem er im
Volksschule und Realgymnasium. Jahr zuvor dem Verein Sächsischer
Frühzeitig erwachte sein Interesse Ornithologen beigetreten war. Creutz
an der Natur der nahen Sächsischen leitete in Dresden die Ortsgruppe des
Schweiz. Er beringte Bussardjunge Deutschen Bundes für Vogelschutz.
und interessierte sich für die geolo- Wegen seiner nazikritischen Haltung
gische Sammlung des Museums in wurde ihm die dauerha* e Übernah-
Pirna. 1928 begann die enge Freund- me in den Schuldienst verwehrt und
scha* mit Martin Zieschang. Der er musste sich als Aushilfslehrer ver-
Sohn des Pfarrers in Dohna und dingen, zeitweise sogar in Dänemark.
später Klix machte den Freund mit Den Zweiten Weltkrieg überlebte er
den Schönheiten der Oberlausitzer als Soldat in Frankreich und Italien
Heide- und Teichlandscha* bekannt unversehrt.
und erweckte damit in diesem eine
tiefe Verbundenheit, die ein Leben Von 1945 bis 1952 arbeitete Creutz in
lang hielt. Im Jahre 1931 beschrieb Pillnitz, zunächst als Lehrer und ab
Creutz in seiner ersten ornithologi- 1946 als Schulleiter. Gemeinsam mit
schen Publikation Beobachtungen des seinem langjährigen Freund Hein-
Flussregenpfeifers an den Elbufern rich Dathe bemühte er sich ab 1949
von Pirna. um die Neugründung einer vogel-
kundlichen Arbeitsgemeinscha* im
Nach einem Studium am Pädago- Kulturbund in Dresden. Die o zielle
gischen Institut der TH Dresden Gründung der Fachgruppe „Orni-
erlangte Creutz 1933 die Lehr- thologie und Vogelschutz“ erfolgte
befähigung an den Volksschulen am 8. Juni 1951 und Creutz leitete sie
Sachsens. Im gleichen Jahr begann bis 1953. 1952 wurde er für ein Jahr
er, ehrenamtlich die Vogelschutzan- von der Schultätigkeit freigestellt, um
lagen der Staatlichen Versuchs- und seine Promotion an der TH Dresden
Forschungsanstalt für Gartenbau in bei Professor Karl Jordan (Institut
67

