Page 50 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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den Deutschen unterworfen worden praktische Vorteile. Mit dem Übertritt
waren und ihrerseits das kleinpolni- zum Christentum einher ging die
sche Territorium um Krakau besetzt Einführung der lateinischen Sprache
hielten. Herzog Mieszko musste nach und damit erstmals der Gebrauch
Geros Invasion östlich der Oder einer Schri* sprache in Polen. Sie war
im Jahre 963 ebenfalls die deutsche Voraussetzung, den kulturellen Rück-
Oberhoheit anerkennen und Tribut stand zum westlichen Teil Europas
leisten. Die Eheschließung von Miesz- aufzuholen. Mieszko baute Burgen
ko und Dobrawa zwei Jahre später % el und erweiterte das polnische Herr-
in eine Zeit bedeutender machtpoli- scha* sgebiet bis an die Ostsee. Dabei
tischer Änderungen. Nach Geros Tod geriet er 972 mit Hodo, dem Mark-
wurde seine große Ostmark aufgeteilt. grafen der Lausitz, in Kon# ikt, den er
Die Mark Meißen im Südosten, mit in der Schlacht bei Zehden besiegte.
den Gauen Daleminzi um Meißen, Kaiser Otto I. zwang Mieszko darauf,
Nisan im Elbtal und Milska im Gebiet seinen siebenjährigen Sohn Bolesław
der heutigen Oberlausitz, sollte zum in Geiselha* nach Quedlinburg bzw.
Schauplatz wiederholter Auseinander- Magdeburg zu geben. Nach dem
setzungen mit den benachbarten Böh- frühen Tod der Mutter im Jahre 977
men und Polen werden. In Merseburg kühlte sich das Verhältnis zwischen
erhielt Günther die Markgrafscha* . Polen und Böhmen ab. Der Vater
Es ist überliefert, dass er bis 965 mit heiratete Oda von Haldensleben,
Dobrawa verheiratet gewesen sein eine Tochter des Markgrafen von der
soll. Wie seine Söhne Ekkehard I. und Nordmark, und knüp* e dadurch erste
Gunzelin, in diesem Fall Halbbrüder Verbindungen zum sächsischen Adel.
von Bolesław, war er später Markgraf Bolesław begleitete seinen Vater o*
von Meißen. Mit Dobrawa fasste das auf dessen Reisen durch das Land.
Christentum in Polen Fuß. Es ist zu
vermuten, dass Bolesław kurz vor Bolesław wurde von seinem Vater
der Taufe des Vaters im Jahre 966 zur im Jahre 984 mit einer Tochter des
Welt kam, da frühe Quellen auf eine Markgrafen Rikdag von Meißen ver-
Eheschließung der Eltern im Jahre heiratet. Die Böhmen unter Boleslav
965 und die Geburt als Sohn eines II., Dobrawas Bruder, besetzten aber
heidnischen Vaters und einer gläubi- die Markgrafscha* und damit wa-
gen Mutter verweisen. Die Christia- ren die Pläne der Polen, nach dem
nisierung Polens war aber nicht allein Tod von Kaiser Otto II. im Jahre 983
dem missionarischen Eifer der Herzo- in der Mark Meißen Fuß zu fassen,
gin zu danken. Das Bekenntnis zum zunächst gescheitert. Bolesław löste
Christentum brachte dem polnischen die Ehe wieder auf. Mithilfe der Ehe-
Herrscher einen großen Reputations- schließung mit Judith von Ungarn
gewinn bei den Nachbarn und auch im Jahr darauf wurde versucht, eine
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