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1872 bis 1873 das Annenrealgym- Volksschule und danach drei Jahre
nasium in Dresden und bis 1879 das im benachbarten Braunau (Broumov)
Kreuzgymnasium unter Friedrich die Bürgerschule. Erst 1936 erhielt er
Hultsch. Nach Ableistung der Militär- eine Lehrstelle in einer Kunstlederfa-
p# icht studierte er Geschichte, Geo- brik, zwei Jahre später erlebte er den
graphie und alte Sprachen von 1881 Einmarsch der Soldaten Hitlers. 1939
bis 1882 in Tübingen und danach in wurde Leppelt selbst eingezogen.
Leipzig. 1887 wurde er als Probeleh-
rer am Wettiner Gymnasium in Dres- Im Sommer 1945 kam er aus ameri-
den unter dem Rektor Otto Meltzer kanischer Kriegsgefangenscha* frei.
angestellt, wo er bis 1891 Geschichte Er hielt sich kurze Zeit in Sohland auf
und Geographie unterrichtete. Nach und besuchte 1946 in Bautzen einen
einer kurzen Tätigkeit als Vikar an Neulehrerlehrgang. Arbeitsorte waren
der Realschule Plauen ging er 1892 ab 1946 die Lutherschule Bautzen,
als Lehrer an die Realschule Leisnig. ab 1948 die Grundschule Bischofs-
Gnauck war Vorstandsmitglied im werda und ab 1949 die Grundschule
Geschichts- und Altertumsverein Schmölln. Ab 1949 leitete er eine Ar-
Leisnig, dessen Archiv aus seinem beitsgemeinscha* der Jungen Natur-
Nachlass eine wertvolle Sammlung forscher, die über einen Zeitraum von
alter Landkarten, Chroniken, Porträts mehr als 30 Jahren Bestand hatte. Im-
und Städtebilder als „Gnaucksamm- mer neue Teilnehmer p# anzten und
lung“ übernahm. Sein bekanntestes p# egten Wald- und Obstbäume. Die
Werk war „Odorich von Pordenone, Pappeln am Sportplatz und die Obst-
ein Orientreisender des 14. Jahrhun- anlage am Mühlteich in Schmölln
derts“ (1895). Mit der Königlichen erinnern daran. Leppelt, der selbst die
Bibliothek in Dresden (vgl. H=@~?>> Schmetterlingsfauna erforschte, leitete
A@^qT@ LK=@) stand er langjährig in zudem junge Imker oder allgemein
brie# ichem Kontakt. an Insekten interessierte an. Jährlich
führte er mit wenigen eingearbei-
Leppelt, August teten Helfern gemeinsam für die
* 29.10.1919 in Heinzendorf (Hynčice) Schulen Schmölln, Rothnaußlitz und
† 26.09.1988 in Bischofswerda Demitz-/ umitz in den Sommerferi-
en naturkundliche Spezialistenlager
Leppelts Kindheit war überschattet durch, meist in Commerau bei Klix.
von wirtscha* lichen Schwierigkeiten Zeitweise nahmen daran auch Schü-
wegen der mehrjährigen Arbeits- ler und Lehrer aus anderen Schulen
losigkeit des Vaters als Folge der teil, beispielsweise Frank Fiedler aus
Weltwirtscha* skrise und dessen Bischofswerda. 1958 wurde Leppelt
frühzeitigem Tod. Der Sohn besuchte als pädagogischer Mitarbeiter an die
an seinem Heimatort fünf Jahre die Station Junger Naturforscher und
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