Page 40 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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Au* rag sie 1936/37 Frankreich, die   in Hamburg, Hallerstraße 6. Salomon
        Schweiz und mehrere Balkanstaaten   Wol+ , Schwager und Geschä* spart-
        bereiste, Spenden für Umwelt- und   ner von Else Birams Vater in Dresden
        Wasserprojekte und leitete „Irgun   und Berlin, hatte mit seiner Frau
        Olei Merkaz Europa“, eine Organi-   Rosalie geb. Biram acht Kinder. An
        sation der aus Mitteleuropa einge-  Natalie verh. Breslauer (*1875 Lö-
        wanderten Juden. Sie war Mitglied   bau, ermordet 1941 Riga), Max Wol+
        der Liberalen Partei, in der Zionisten   (*1877 Löbau, ermordet 1943 /  ere-
        versuchten, sich unabhängig von den   sienstadt), Gertrud verh. Pauli (*1880
        politischen Strömungen zu engagie-  Löbau, 1944 in den Selbstmord
        ren. Biram unterstützte auch dort vor   getrieben) und Arthur Wol+  (*1883
        allem die Einwanderer in Palästina.   Löbau, ermordet in Minsk) erin-
                                            nern Stolpersteine in Berlin. Martin
        Biram und ihre Geschwister hatten   Neufeld (*1883 Schrimm, gestorben
        Deutschland rechtzeitig verlassen.   1943 /  eresienstadt, Unternehmer in
        Viele Verwandte verloren in den Kon-  Grimma, Stolperstein Hohenzollern-
        zentrationslagern der Nazis jedoch   damm 4 in Berlin) war ein Cousin
        ihr Leben. Paula Biram, die zweite   mütterlicherseits. Birams Schwägerin
        Ehefrau ihres Onkels Max Biram aus   Eva Knoller geb. Bodenheimer (*1892
        Hirschberg, starb 1943 in /  eresien-  Darmstadt) wurde 1943 in Auschwitz
        stadt. An sie erinnert ein Stolperstein   ermordet.


                                            Zu den bekanntesten Patienten in
                                            Bodenheimers Sanatorium gehörten
                                            Arnold Zweig, der sich hier von den
                                            Anstrengungen um seine Anfang
                                            des Zweiten Weltkriegs in Palästina
                                            geschriebene „Dialektik der Alpen;
                                            Emigrationsbericht oder Warum wir
                                            nach Palästina gingen“ erholte, und
                                            Leonard Bernstein. Ab 1944 war Else
                                            Biram alleinige Geschä* spartnerin
                                            ihres Mannes. Mit dem Religions-
                                            philosophen Martin Buber waren
                                            sie befreundet. 1949 wurde die Ehe
                                            geschieden. Das Sanatorium schloss
                                            1955 aus wirtscha* lichen Gründen.

                                            Else Biram war Mitglied der Or-
        Else Bodenheimer-Biram.             ganisation B‘nai B‘rith. Sie gehörte

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