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Frankfurt/Oder war seit dem Umzug aus Berlin im Jahre 1903 Lebensmit-
telpunkt der Familie Biram. Der Vater ist im Adressbuch von 1906 als Kauf-
mann im Geschä+ Kayser & A. Sickler, Große Scharrnstraße 47, angegeben.
Die Familie war damit in einer der wichtigsten Geschä+ sstraßen Frank-
furts ansässig. Auch der Sohn Fritz (Salomon Friedrich) arbeitete hier. Im
Zusammenhang mit den Ausbürgerungen und Enteignungen zur Nazizeit
werden aus der Familie Biram aufgeführt: Emmy verw. Biram (*6.2.1885)
mit Hanna (*8.2.1910 Sulzbach) und Hans (*25.3.1913 Frankfurt), die Brü-
der Max und Fritz mit Frau Alice (*30.5.1899) sowie Ingeborg (*25.9.1922
Frankfurt) und Marianne (*17.6.1927 Frankfurt). In „% e Conference on
Jewish Claims against Germany“ wird Emmy Biram geb. Samuel mit Bezug
auf die Große Scharrnstraße 61 und 44 (Fa. Paul Loewenthal) genannt.
vorbereitete. Ihren Lebensunterhalt Biram war schon im Elternhaus im
verdiente sie selbst als Büroangestell- Sinne des Zionismus erzogen worden.
te. 1909 legte Biram am Realgymna- So gehörten ihr Vater und ihr Bruder
sium Charlottenburg das Abitur als A@^qT@ BK@?~ in Berlin und später
externer Prü# ing ab. Anschließend in Frankfurt/Oder dem „Verein zur
studierte sie in Freiburg, Berlin, Unterstützung ackerbautreibender
München und von 1911 bis 1913 in Juden in Palästina und Syrien“ an.
Heidelberg Nationalökonomie sowie Else Biram selbst besuchte 1909 den
Jura, Kunstgeschichte und Sozial- 9. Zionistenkongress in Hamburg
wissenscha* en. Auch ihren späteren und engagierte sich in zionistischen
Mann, den Mediziner Wilhelm Lion Studentenkreisen.
Bodenheimer, lernte sie in Heidelberg
kennen. Am 15. Dezember 1913 bestand
Biram in Heidelberg ihre mündliche
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