Page 38 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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onierleistung angemessen gewürdigt einen neuen Individualismus. Sie sah
worden zu sein. die Zukun* im gemeinscha* lichen
Handeln. Das Kunsthandwerk sollte
1918 ließ sich Birams Mann, der im aus der in Gemeinscha* en neu erblü-
Jahr zuvor in Heidelberg „Ueber die henden Werkarbeit erwachsen. In der
Beziehungen zwischen Sauersto+ - Gartenstadt Hellerau sah sie ein Vor-
verbrauch und Tätigkeit des Frosch- bild für die Gründung von Handwer-
herzens“ promoviert hatte, mit einer kergemeinden in Palästina und für
eigenen Arztpraxis in der Gartenstadt die Qualitätsarbeit. In Berlin leitete
Mannheim nieder, Else führte die ihr zum Christentum konvertierter
Geschä* e. Cousin Dr. Arnold Biram, ein Sohn
ihres Onkels / eodor aus Görlitz, von
Vor dem Hintergrund der wach- 1921 bis 1924 den „Verein zur Abwehr
senden Einwanderung in Palästina des Antisemitismus“.
schrieb Biram zu „Kunsterziehungs-
fragen“ in „Der Jude“ (1921/22). Sie Biram gehörte in Mannheim mit ih-
erho e sich aus Palästina neue Im- rem Mann zu den aktiven Mitgliedern
pulse für die Kunstbetrachtung und der jüdischen Gemeinde. Zusammen
sah die Kunst als wichtigen Bestand- mit dem Rabbiner Max Grünewald
teil der zionistischen Erziehung der gründete sie ein jüdisches Lehrhaus,
Kinder an: „Die Erziehung zur Kunst wo Erwachsene zum jüdischen Leben
hat schon in der Schule einzusetzen, in Europa und Palästina, zu sozialen
sie muß sich zur Aufgabe machen, / emen, zum Chassidismus und zu
Kinder zu gestaltenden Menschen zu Siedlungsfragen unterrichtet wurden.
bilden, sie scha+ en zu lehren, nicht 1928 entbrannte in der „Israelitischen
ihnen von Kunst zu sprechen“. Biram Gemeindezeitung“ von Mannheim
argumentierte in diesem Artikel auch eine he* ige Diskussion zur Erzie-
gegen Paul Zucker, dessen Ho+ - hung jüdischer Kinder. Biram kriti-
nungen auf Palästina sie zwar teilte, sierte einen Vortrag von Rosa Koch
dessen vor allem auf Erwachsenenbil- aus Rostock und bezweifelte deren
dung orientiertem Konzept sie aber erwachsenen-psychologischen Ansatz
widersprach. Ihr Unterrichtsprinzip in der Kinderpädagogik. Sie sprach
einer „Arbeitsschule“, des Lernens sich für eine Erziehung zur Gewalt-
durch selbstständiges und praktisches freiheit und zum Kollektivgedanken
Aneignen statt durch bloße Rezepti- und gegen blinden Gehorsam aus.
on, gehörte ebenso zu den Leitlinien Julius Moses, seinerzeit Vorsitzender
der Hebrew Reali School unter Elses der jüdischen Gemeinde und ein be-
Bruder A@^qT@ BK@?~. Deutlich kannter Kinderpsychiater, verteidigte
wurde im Artikel „Kunsterziehungs- den wissenscha* lichen Ansatz Kochs.
fragen“ auch Else Birams Absage an
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